Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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eines  Irrthums,  den  bald  darauf  John  Law  im  grossen  Sti  e
^usbilden  und  durch  seine  Experimente  unabsichtlich  widerlegen
sollte.  Ueberdies  war  es  aber  sicherlich  eine  befremdliche  Art,
die  mercantilen  Vorstellungen  vom  Gelde  durch  eine  Wendung
kritisiren  zu  wollen,  die  schon  eine  neue  Gestalt  des  Mercantilismus
  in  sich  barg.  Es  kam  nur  darauf  an,  dem  „einfachen
Papierstückchen”  dieselbe  Rolle  zuzuweisen,  welche  bisher  die
edlen  Metalle  hatten  spielen  sollen,  und  es  war  hiemit  sofort
die  Metamorphose  des  Mercantilismus  vollzogen.  Allerdings
hatte  Boisguillebert  nicht  eine  solche  Absicht;  ja  es  fehlte  ihm
sogar  das  deutlichere  Bewusstsein  über  die  Grenze  seiner  eignen
Idee.  Während  er  in  dem  einen  Satze  den  edlen  Metallen  den
Abschied  geben  wollte,  bemerkte  er  dann  wieder  in  dem  andern,
dass  sie  zu  Zahlungen  für  die  Consumtion  nöthig  wären,  und
gesteht  ihnen  so  einen  Spielraum  zu,  dessen  Bedeutung  im
Verhältniss  zum  Gebrauch  von  papiernen  Ausgleichungen  eine
strenge  Erörterung  erfordert  hätte.  Doch  mag  immerhin  zugestanden ­
  werden,  dass  unserm  Autor  hier  und  da  eine  wirklich
treffende  Bemerkung  gelungen  ist,  wie  z.  B.  in  dem  Fall,  wo
er  den  vermeintlichen  Mangel  des  Geldes  als  blosse  Zurückhaltung ­
  desselben  erklärt.  Eben  dahin  gehört  auch  seine  Vorstellungsart, ­
  derzufolge  das  Geld  nur  die  Garantie  der  künftigen
Uebergabe  eines  Gegenstandes  (gage  de  la  tradition  future)  sein
soll.  Obwohl  nämlich  dieser  Gedanke  an  sich  weder  ganz
genau,  noch  ausreichend  ist,  und  übrigens  ohne  erhebliche  Oon
Sequenzen  gelassen  wird,  so  dient  er  doch  ein  wenig  dazu,  le
Beschränktheiten  in  den  gröberen  Gestaltungen  des  mercanti-8tischen

  Denkens  sichtbar  zu  machen.
14.  Rufen  wir  uns  nun  nach  diesen  Anführungen  den  wirth-3haftlich
  leitenden  Gedanken,  nämlich  die  Nothwendigkeit  anomessen
  hoher  Getraidepreiso  zurück,  so  können  wir  jetzt  über-3hen,
  wie  mit  dieser  Idee  die  übrige  Richtung  der  Vorstellungen
asammenhing.  Das  mercantile  Streben  nach  den  edlen  Metallen
urde  von  Boisguillebert  bekämpft,  weil  die  zugehörige  Poliük
ach  die  Verhinderung  der  Getraideausfuhr  eingeschlossen  hatte,
ene  Tendenz  und  diejenige  des  Golbertismus  wurde  aber  auch
:rner  angegriffen,  weil  sie  oder  vielmehr  das  mit  ihr  verbunene
  Finanzsystem  die  gedrückte  Lage  des  Ackerbaus  verse  u
en  sollte.  In  der  Kritik  der  Steuerwirkunpn  lag  daher  der
Schwerpunkt  der  Boisguillebertschen  Bestrebungen,  und  grade
            
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