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uns sich mehr und mehr Geltung verschaffendes glacegare gespaltene
Alaunschafleder berufen, eine immer größere Rolle in der Handschuh
fabrikation zu spielen.
Es ist schon daraus hingewiesen worden, daß das Schaffell seiner
Natur nach keine besondere Zähigkeit besitzt. Die Folge davon ist
natürlich, daß man es solchen Gerbeprozessen, welche die natürliche
Zähigkeit eines Hautmaterials herausarbeiten, nicht gern unterzieht.
Auf diesen Umstand mag es zurückzuführen sein, daß bei Homer Schaf
leder nicht genannt wird 2 ), so gern und so häufig auch das Fleisch
dieser Tiere genossen wurde, und daß z. B. den Nürnberger Jrhern
das Sämischgerben des Schaffelles verboten war 3 ).
Zu Pergament wurden Schaffelle, wenn auch nicht regelmäßig
und vorwiegend, so doch gelegentlich verwendet Z.
Eines der wertvollsten und edelsten Hautmaterialien für Gerberei
wegen seiner großen Feinheit und Feinnarbigkeit gepaart mit hoher
Festigkeit stellt die Haut der Ziegen dar, welche sogar, worauf ja
mehrmals hingewiesen wurde, durch alle möglichen Hautmaterialien,
wie die von Schaf, Kalb, Pferd, Spalte, imitiert werden.
Nur gelegentlich, und in noch geringerem Umfange, als wir dies
bei den Schafen gesehen haben, gehen Ziegenfelle wegen ihrer schönen
Behaarung aus der eigentlichen Gerberei in die Kürschnerei über 3 ).
Ein Hauptabnehmer für Ziegenfelle ist und war die Lohgerberei,
und zwar sind es ausschließlich feine lohgare Ledersorten, zu welchen
hier das Ziegenfell verarbeitet wird«). Ihre Verwendung zu Juchten')
mag nur eine geringe Rolle spielen neben ihrer Verarbeitung zu Korduan
und Saffian oder Marokkin, Ledersorten, welche schon zur Zeit ihrer
ersten eingehenden Beschreibung unter Colbert vorwiegend aus Ziegen
sellen hergestellt wurden * * * * 8 * * ); noch am Anfange des 19. Jahrhunderts
bezog man für die Fabrikation des Korduans zu Nicosia auf der Insel
Zypern derartige Häute aus Frankreich 3 ), und eine derartige Ver
wendung der Ziegenselle auch bei uns läßt sich durch das ganze 19. Jahr
hundert hindurch aus gelegentlichen Notizen verfolgen, so bei Prechtl
1838") und bei Heinzerling 1882"); bei ihrer Verwendung in der
Kunstindustrie 12 ) endlich liegen sie ebenfalls hauptsächlich in dieser
Form vor.
y Collegium 1909, S. 263.
°) Riedenauer 1873, S. 138. ») Nürnberg 1539.
*) Wattenbach 1871, S. 81, 83. °) Vgl. z.'B. Halle 1762, Bd. II, S. 312.
*) Wiener 1904, S. 63. ’) Wagner 1873, S. 219; Nüst 1844, S. 326.
8 ) Schauplatz 1767, Bd. VI, S. 21. ») Hermbstädt 1807, Bd. II, S. 94.
10 ) Prechtl 1888, Bd. IX, S. 236. ") Heinzerling 1882, S. 17.
") Bücher 1893, S. 191.