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gänzliche Kunst; noch im 18. Jahrhundert war sie durch
strenge Vorschriften geregelt und eingeschränkt. Da fertigte
1681 Daniel Jean Richard in La Sagne die erste Uhr
in den Neuenburger Bergen an und wurde der Begründer
der jurassischen Uhrenindustrie. Eine Reihe günstiger
Umstände kamen ihr hier zu statten. Der magere, trockene
Kalkboden der rauhen Jurahöhen brachte von jeher einen
nur dürftigen Ertrag. Die langen und strengen Winter
verdammten die Bewohner zur Untätigkeit; Armut oder
Auswanderung war ihr Los. In solcher Not bedeutete
die Uhrenindustrie die Rettung des Lands. Der Juras
sier brachte für die kunstvolle Arbeit eine glückliche An
lage mit, und keine Berufsvorschriften hemmten hier den
allgemeinen Wetteifer, iinmer Vollkommeneres zu leisten.
Anfangs war die Uhrenmacherei winterlicher Nebeuver-
dienst zur Landwirtschaft; eine Hand fertigte damals
noch das vollständige komplizierte Werk an. Der reich
liche Verdienst führte dann die meisten Arbeiter ganz zum
neuen Beruf hinüber, und die Teilung der Arbeit machte
es einem jeden möglich, auf seinem besonderen Gebiet
eine große Fertigkeit zu erwerben. Neben der Haus
arbeit entstand das «atelier», in dem sich eine Anzahl
Arbeiter unter einein Chef zu gemeinschaftlicher Her
stellung bestimmter Urteile vereinigten. Die 70er Jahre
des letzten Jahrhunderts brachten eine bedeutende Än
derung. In den Vereinigten Staaten stellte man die
Uhren fabrikmäßig her. Die Konkurrenz der amerikani
schen Fabrikate schädigte die schweizerische Industrie der
art, daß sie ebenfalls den mechanischen Betrieb einrichten
mußte. Überall entstanden jetzt Uhrenfabriken, die mit
unvergleichlich genau und rasch arbeitenden Maschinen
die Bestandteile der Uhr herstellten. Vollkommene Ma
schinen und die aufs Äußerste getriebene Arbeitsteilung
(es gibt etwa 150 verschiedene „Branchen" der Uhren
industrie) steigerten Menge und Güte der Produktion
gewaltig. War die Uhr einst ein Luxnsgegenstand, so
kann sie jetzt durch die Massenproduktion so billig ge-