OESTERREICH — Land und Leute (Auswanderungen).
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minderung der Einwohnerzahl eintrat in Folge der schrecklichen
Vorfälle in Galizien und später in Böhmen; dann der Revolutionen
in Wien, in Ungarn und Italien ; endlich auch in Folge Einwirkung
der gestörten Verkehrs- und Geldverhältnisse, und des Menschen und
Geld verschlingenden, bewaffneten Friedens (Seuchen beim Militär).
Ein- und Auswanderungen sind in Oesterreich nicht häufig. In
den 25 Jahren von 1819—45 sollen, Ungarn und die Militärgrenze
nnberücksichtigt, die Einwanderungen einen Ueberschuss von 186,111
Menschen ergeben haben. In neuerer Zeit erlangten auch in Oester
reich die Auswanderungen eine viel grössere Ausdehnung. Doch scheint
in den jüngsten Jahren ein Rückschlag erfolgt zu sein, indem, nach
den amtlichen Ziffern, und ohne Ungarn, betrugen :
1854 1855
die Auswanderungen 4228 3978
„ Einwanderungen 4598 4000
Dass nach den officiellen Angaben das Vermögen der Einwanderer
weit grösser gewesen sei, als das der Auswanderer, beweist nichts,
weil man die heimlichen Auswanderungen nicht angibt, wonach auch
obige Ziffern zu berichtigen wären.
Geburten- und Sterbefälle. Ungarn und die Militärgrenze un
gerechnet, nimmt Becher für 1819—43 zusammen an; 19798,400
Geburten, 15'649,300 Sterbfälle, sonach Vermehrung 4749,100. Das
Verhältniss war aber schon in jenen Jahrzehnten höchst ungleich:
1819—28 kamen auf 100 Geburten 71,9 Sterbfälle, 1829—38 86,6,
1839—43 78,3. (Im Cholerajahre 1831 überstieg die Zahl der Sterb
fälle jene der Geburten in der Lombardei um 25,039, in Venedig um
19,248, Tirol 5229, Niederösterreich 4948 und Kärnthen um 1870.)
Das Verhältniss der ehelichen zu den unehelichen Geburten wird
verschieden berechnet, zwischen 1 zu 7,75 und 1 zu 9,82. Das letzte
sind indess die älteren Ziffern. In den einzelnen Landestheilen ergaben
sich auch in dieser Beziehung grosse Abweichungen. Im Jahre 1844
war das Verhältniss : in Oesterreich unter der Ens wie 1 zu 2,93,
in Steiermark 2,97, Oberösterreich 4,0; dagegen: Militärgrenze 1 zu
88,4 (Folge der leichten Ansässigmachung !), in Siebenbürgen 1 zu 36,
in Venedig zu 39, in Dalmatien zu 29. — Das Verhältniss der männ
lichen zu den weiblichen Geburten soll mit geringen Abweichun
gen 1 zu 0,94 sein.
Hoifäthen (nach Czernig) 1841 ; 306,210 (wovon 89,500 in
Ungarn, 18,179 in Siebenbürgen, 14,409 in der Militärgrenze). Es
kam eine Ilcirath :
1841 auf 118 Einw. 1843 auf 119,53 Einw,
1842 - 124,08 - 1844 - 124,17 -
Während der 3 letztbezeichneten Jahre schwankte das Verhältniss:
ln Oberösterreich zwischen 143 u. 154
- Steiermark
- Kärnthen und Krain
- Tirol
Dagegen :
in Böhmen zw. 119 u. 125
- Mähren u. Schlesien - 115 - 128
- Galizien - 96 - 106
- der Lombardei • 107 ■ 124
129 - 175
153 - 178
154 - 169