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PREUSSEN — Finanzen (Budget).
das mit vergrössertem Gebiete wieder als „freie Stadt“ erstand; Ost
friesland an Holland; Münster, Mark, Gingen und Tecklenburg an
Berg ; die übrigen westfälischen und niedersächsischen Besitzungen
an das neue Königreich Westfalen; endlich Baireuth und Erfurt an
Frankreich. Der Gesannntverlust wird zu 3327 Q,-M. und 5’736,500
Menschen berechnet. Der preussische Staat war auf 2793 Q.-M. mit
4’560,000 Einw. zusammengeschmolzen. — Der erste Pariser Friede
und der Wiener Congress gaben das Verlorene zurück oder mehr als
vollständige Entschädigung. Nicht wiedererlangt wurden ; Polen, Hildes
heim, Ostfriesland, Anspach und Baireuth; dagegen erhielt Preusscn:
die Hälfte des Königreichs Sachsen, Rheinland (Provinz Niederrhein)
und Schwedisch-Vorpommern. — 1842 kaufte der Staat das Fürsten
thum Lichtenberg (auf dem linken Rheinufer, mit 42,000 Menschen,
durch den Wiener Frieden dem Herzoge von Coburg zugetheilt) und
1849 die beiden Hohenzollern’schen Fürstenthümer (25 Q.-M. und
67,500 Bew.). Dagegen büsste der König 1847 die in dem schwei
zerischen Neuenburg ansgeübte Hoheit ein. — Ein kleines Gebiet
am Jadebusen, zu einem Kriegshafen bestimmt, ward Ende 1854 von
Oldenburg um V2 Mill. Thlr. erkauft.
Finanzen*
Budget. Der „Staatshaushalts-Etat“ für 1856 enthält folgende
Hauptpositionen :
Einnahmen.
I. Finanzminislermm: 1) Domänen (Outer) 4’920,910, 2) For- Thaler
sten 5’602,300, von welchen beiden Positionen jedoch die
Krondotation abgerechnet wird mit 2’573,099, — Rest 7’950,111
3) Verkäufe von Domänen und Rechten l'/g Mill., und 4)
sonstige Domänen-Einkünfte 1,766 .... 1’501,766
5) Direkte Steuern: Gründet. 10’086,826; classiñcirte Ein-
kommenst. (einschliesslich 622,000 Thlr. Zuschlag) 3’118,000;
Klassenst. (einschl. 2’036,000 Zuschlag) 10’199,000; Ge-
werbst. 2’894,000; Eisenbahnabgabe 491,248; Verschiedenes
25,123; zusammen ........ 26’814,197
6) Indirekte Steuern: Zölle 11’610,000; Uebergangsabgabe
von vereinsländischem Wein, Most und Tabak 200,000;
Rübenzuckerst. 2 Mill.; Niederlagegelder etc. 47,000; Schiff
fahrtsabgaben 450,000; Branntweinsteuer und Uebergangs
abgabe 6’300,000; Braumalzsteuer und Uebergangsabgabe
1’100,000; Weinbaust. 91,000; Tabaksbaust. 144,000; Mahl
steuer (einschl. 295,590 Zuschi.) 1480,000 ; Schlachtsteuer
(319,174 Zuschi.) 1’600,000; Stempelst. 3450,000; Chaus
seegelder 1’310,000; Brückengelder und Stromgefälle 870,000 ;
Gerichtschreibereigebühren 170,000 ; Strafgelder 80,000; Ver
schiedenes 183,167 =......• 31’085,167
7) Salzmonopol 8’564,720; 8) Lotterie 1’236,000 = . 9’800,720
9) Seehandlungsinstitut 100,000 ; 10) Preuss. Bank (An-
theil) 225,600; 11) Münze 77,960; 12) allgem. Cassen-
verwaltung (Pensionsbeiträge etc.) 272,535 = • • 676,095
Zusammen Finanzministerium 77’828,066
II. Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten:
1) Post 9’387,724; 2) Telegraphie 473,652; 3) Manufakturen