Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

172  DEUTSCHLAND  —  Württemberg  (Militärwcsen,  Sociales).
1849  l.Juli  3’000,000  -  Papiergeld
1855  3’000,000  -  4'/2proc.,  iin  Course  v.  97
Oie  Staatseisenbalm.  Der  Bauaufwand  (für  41  Meilen)  belief  sich
bis  l.  Juli  1855  auf  32702,873  fl.  Der  Betrieb  ergab:
18"A4  18"^,
Gesammt-Einnalime  -  2’387,1‘29  3’079,852
Ausgabe  ....  1471,315  0511,848
Reinertrag  915,813  1’568,004
Zahl  der  beförderten  Personen  .  .  0965,137  I’893,323
Güter  .  .  Ctr.  4490,832  5’631,122
Die  Betriebsausgaben  erforderten  .  48,3  Proc.  42,2  Proc.
Reinertrag  des  Capitals  .  .  .  3%  -  4,8  -
In  der  ersten  Hälfte  des  neuen  Rechnungsjahres  stieg  die  Einnahme  gegen
den  gleichen  Zeitraum  des  Vorjahres  bereits  um  177,802  fl.
MUiüir.  Conscription  mit  Stellvertretung;  6jährige  Dienstzeit.
Die  Landwehr  in  3  Aufgeboten  bis  zum  32.  Altersjahrc,  ist  ohne
Bedeutung  oder  nur  auf  dem  Papiere  vorhanden.  Die  bis  1855  bestandene ­
  Formation  ergab  8806  M.  für  den  Friedens-,  19,017  für  den
Ivriegsfuss.  Die  neuen  Bundesbeschlüsse  führten  zu  einer  Vermehrung
bis  auf  ungefähr  23,200  M.
Infanterie:  1  Division  zu  3  Brigaden,  8  Regini.,  16  Batailh,  64  Comnairn..
15,677  Mann.  ^  ®  ’
Cavalier  ie:  1  Lcibgarde-Sdiwadron,  1  Feldjäger-Abtheil.  ;  dann:  1  Divis,
von  4  Regini.  zu  4  Schwadr.  =  2623  M.  mit  2542  Pferden.
Artillerie:  1  Regim.  von  4  Bataill.  (1  Bataill.  reitende  mit  2  Batterien,
1  Bat.  leichte  mit  2  Batt.,  1  Bat.  schwere  mit  2'/%  Batter.,  —  diese  3  mit  52
Geschützen,  —  u.  1  Bat.  Festungsartill.)  =  2416  M.  mit  1304  Pferden.
IHoniercorps  :  2  Comp.  v.  310  M.  etc.  etc.
Festung.  Ulm,  Bundesfestung,  mit  gemischter  (württemb.-österr.-bayer.)
  Besatzung.  —  Hohen  -  Asperg  ist  militärisch  ohne  Bedeutung.
Geschichthehes.  Die  alten  Herzoge  von  Württemberg  unterhielten
meistens  eine  ansehnliche  Truppenzahl,  —während  des  siebenjährigen
Krieges  gegen  14,000,  noch  1783  gegen  6000  M.  Zum  Rheinbunde
hatte  Württemberg  12,000  zu  stellen,  welche  zwar  nicht  nach  Spanien, ­
  wohl  aber  nach  Russland  ziehen  mussten.  1813  Reorganisation
der  vernichteten  Armee.  1814  und  15  grosse  Anstrengungen  gegen
Napoleon.
Sociales.  Die  Gewerbsgesetzgebung  (Gewerbeordung
vom  22.  April  1828  und  revidirtc  Gewerbeordnung  vom  5.  August
1836,  mit  Vollzugsinstruction  vom  12.  October  1837),  obwol  minder
engherzig  als  manche  andere,  leidet  doch  ebenfalls  an  dem  Grundfehler, ­
  dass  sie,  statt  volle  Freiheit  zu  gewähren,  das  veraltete
Zunftwesen  nur  darum  beschränkt,  damit  an  dessen  Stelle  die  Beamtenweisheit ­
  nach  ihrem  Ermessen  die  Industrie  beaufsichtige,  leite  und
regle!  So  ward  auch  hier  nur  ein  neuer  Zustand  der  Unbehaglichkeit ­
  an  der  Stelle  des  alten,  geschaften.  44  Gewerbe  sind  noch  zünftig. ­
  Zur  Erlangung  des  Meisterrechts  wird  wenigstens  7jährige  Lehrlings- ­
  und  Gesellenzeit  gefordert.  Die  Gerichte  können  den  Verlust
des  Meisterrechts  aussprechen.  Concessionen  zum  Gewerbsbetriebe
sollen  nur  nach  Maasgabe  der  örtlichen  Bedürfnisse  crtheilt  werden.
            
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