Full text: Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

é: 
4"^ 
262 
NIEDERLANDE — Auswärtige Besitzungen 
jeder Lebensgenuss verkümmert durch eine Menge drückender, zumal 
indirecter Abgaben, ohne dass der Verdienst in gleichem Maasse ge 
stiegen wäre. Der Vortheil aus dem Staatsaufwande kommt vornäm 
lich einzelnen Classen, wie der Maatschappy, zu statten. Eine schlimme 
Rückwirkung jener Verkümmerung der Lebensgenüsse auf den Volks- 
character konnte nicht ausbleiben. Indessen hätte man sehr Unrecht, 
die Holländer nur als kleinliche Krämer anzusehon. Noch ist dieselbe 
Nation vorhanden, welche stets kühn den Wogen Trotz hot, und 
welche zuerst ihr, dem Meere abgerungenes Land mit Kanälen nach 
allen Richtungen durchfurchte; auch in der Neuzeit haben die Hollän 
der unter dem Drucke sehr schlimmer Einanzzustände durch Anlage 
des grossen Canals vom Helder nach Amsterdam, Erbauung von Ei 
senbahnen (etwa 40 Meil.), Trockenlegen des s. g. „Haarlemer Meeres“ 
(die Kosten wurden sogleich auf 10 Mill. fl. geschätzt) und Entwick 
lung ihres Colonialbesitzes, bewiesen, dass sie auch jetzt vor grösseren 
Unternehmen keineswegs zurückweichen. 
Handelsmarine (nach officiellen Angaben): 
Ende 1854 2156 Schiffe von 519,016 Tonnen 
„ 1855 2230 „ „ 551,854 „ 
Handelsverkehr. 
Einfuhr 
1851 303’993,224 
1852 322719,559 
Münze, Maasse. Der Holland. Gulden, etwas geringer als der rheinische, 
die Mark ausgeprägt zu 24,7466, oder fast 24*/* fl- (die Goldwährung ist ab 
geschafft). — Die Maasse sind die französisch-metrischen, mit Holland. Benen 
nung. Die myl ist der Kilometer, die Elle der Meter, der palm — 1 Decimet., 
der duim (Daum) = Centimet. — hunder = Hectare; mudde od. zah (Muth 
od. Sack) = Hectoliter; schepel (Scheffel) = Decaliter; hop (Kopf) = Liter. 
Als Flüssigkeitsmaass heisst der Hectoliter vat (Fass), der Liter han (Kanne). 
Das pond ist das Kilogr. 
Auswärtige ßesitzungeii* Dieselben sind noch sehr be 
deutend, oder vielmehr sie sind es neuerdings geworden. Umfang 
und Volkszahl werden, natürlich nach blos mehr oder minder verläs 
sigen Schätzungen, so berechnet: 
Ausfuhr 
242744,806 fl. 
272’484,635 
Q.-M. 
28,923 
2,830 
Volksmenge 
12’006,700 
76,500 
100,000 
Colonialbesitz ungef. 32,000 12*200,000 
Die Bevölkerung der ostindischen Besitzungen ward für Anfang 
1853 officiell folgendermaassen berechnet: 
Java und Madura . 9*950,000 Einw. 
Sumatra (Westküste) . 1*015,000 
Benkulen . . 110,000 
Lampuhn , , 54,000 
305,000 
20,000 
47,000 
6,700 
Borneo' (Westküste) 
„ (Ostküste) 
Celebes 
Menado 
Ternate 
Amboina 
Banda 
Timor 
245,000 
37,000 
34,000 
100,000 
3,000 
72,000 
6,000 
9,000 
Colonien 
in Asien (indische Inseln) 
in Australien 
in Amerika 
in Afrika 
500 
Palembang 
Rhio 
Banca 
Billiton
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.