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GROSSBRITANIEN — Militär (Landmacht).
am Bosporus und zu Scutari 660. In der Folge ward allerdings für
Verpflegung der Mannschaft ausgezeichnet gesorgt, so dass ihr Zustand
besser als der der Franzosen wurde.
In allen Kriegen gelangte das engl. Heerwesen erst nach längerer
Zeit zu seiner Entwicklung. Eine gewisse Schwerfälligkeit hindert die
Entfernung des Schlendrians. Je länger der Krieg dauert, desto entschiedener
gestaltet sich die Armeeverfassung zum Bessern.
Beim Beginne des grossen Krieges, 1792, bestand die britische
Militärmacht aus 60 — 70,000 M. ; 20,000 davon wurden nach den
Niederlanden gesendet. 1794 erfolgte eine Vermehrung von 30,000 M.
1807 war der Gesammtstand 182,876, wovon 60,000 für eine Expedition
nach dem Auslände disponibel. — 1811 stellte Grossbritanien
(damals [ohne Irland] mit einer Bevölkerung von nur 12’096,803
Menschen) :
140,000 Matrosen und Seeleute , 288,000 M. Gemeindemiliz,
287,000 M. Linientruppen, 65,000 « Reiter von der Yeomanry.
83,000 5 regelmässige Miliz, 818,000 Krieger zu Land u. zur See.
Auch im russischen Feldzuge erfolgte die Entwicklung langsam.
— 18^^/aj hatte das Heer 102,283 M., ohne die europ. Truppen in
Indien, 18'^%.,; 112,977, 18’'*V56 178,645. Nach dem ersten Budgetentwurfc
für 18®V57 sollte die Ijaudmacht auf 246,716 M. gebracht
werden (die Beendigung des Krieges führte natürlich zu einer Reduktion).
Eine Notiz von Anfang 1856 berechnete die gesammte Kriegsmacht:
Stehendes Heer (mit den Truppen in Indien) 275,000 Mann
Einberufene Miliz ..... 127,000 *
Freiwillige ....... 14,500 »
Indische Armee ...... 250,000 »
Zus. gegen 670,000 Mann.
Den Menschenverlust im ganzen Kriege gab das Ministerium im
Mai 1856 im Parlamente zu 22,450 Mann an.
Sterblichkeit der Truppen, in Grossbritanien selbst kommen durchschnittlich
auf 1000 M. 15 Sterbefälle jährl. (H. Marshall, on the enlisting
of soldiers, Edinburgh 1839). In den auswärtigen Besitzungen
ist die ' Sterblichkeit meist furchtbar. Man suchte durch langes Belassen
derselben Regimenter — das „Acclimatisiren“ — dem Hebel
zu begegnen, vermehrte dasselbe aber damit. Den Bemühungen des
engl. Obristen 4’ulloch und besonders den wissenschaftlichen Nachweisungen
des franz. Oberarztes Dr. Boudin gelang cs, das entgegengesetzte
System, das des häufigen Wechsels, wonach kein Corps über
3 Jahre in einer Colonie verbleiben soll, sur Geltung zu bringen,
weil, je länger der Mensch in ungesundem Clima verbleibe, desto
hinfälliger sein Körper werde. Und nun erlangte man folgende Resultate
: Sterbefälle auf je 1000 M.
des
Wechsels
12,2
Colonien:
Gibraltar
Malta
Ionische Inseln
Bermudas
Cap
St. Helena
des Acclimatisirens
22
18,7
2^3
52,1
15,5
33
bei dem Systeme
des Accli-18
13,4
11,6
12,7
8,8
Colonien:
Mauritius
Jamaika
Kleine Antillen
Ceylon .
Durchschnitt
matisirens
30,1
128,6
82,6
75
des
Wechsels
2^3
39,7
59.1
44.2
48,58 24,2