Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

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NACHTRÆGE.

S.  92.  Nationalitäten.  Isach  den  Aufstellungen  des  Baron  Czörnig
  auf  dem  statistischen  Congresse  zu  Paris,  hat  man  in  Oesterreich
15  verschiedene  Nationalitäten  anzunehmen,  wobei  die,  allenthalben
vermengt  mit  den  andern  lebenden  Juden,  nicht  besonders  gerechnet
sind.  Diese  15  Nationalitäten  veranlassen  auf  einer  ethnographischen
Karte  120  verschiedene  Grenzen.  Die  Zahl  der  „Sprachinseln“  aber
übersteigt  2000.
Die  „neue  Folge  der  Tafeln  zur  Statistik  der  österreichischen
Monarchie,  zusammengestellt  von  der  Direction  der  administrativen
Statistik“  (also  eine  omdelle  Quelle),  theilt  die  Bevölkerung  nach
Nationalitäten  folgendermaassen,  wobei  das  Heer  nicht  eingerechnet  ist;

t4’469,352  Slaven,
7’949,971  Romanen,*)
7’701,919  Deutsche,
4’823,7ö6  Magyaren,

703,657  Israeliten,
82,969  Zigeuner,
15,996  Armenier.

Auf  das  Heer  kämen  etwa:

333,400  Slaven,
168,800  Deutsche,
102,200  Romanen,
42,800  Magyaren,

800  Zigeuner.
(Juden  werden  hier  gar  nicht  aufgeführt;
nach  einer  anderen  Angabe  etwa
12,000.

Obwohl  diese  Aufstellung  eine  officielle  ist,  scheint  uns  dieselbe
dennoch  höchst  unzuverlässig.  Abgesehen  von  andern  Zweifelsgrüuden,
muss  die  an  einer  andern  Stelle  der  nämlichen  Tabellen  (siehe  unten)
aufgeführte  ganz  anders  lautende  Angabe  der  Anzahl  der  Juden
Bedenken  erregen.  '
AT  ,.  Ohne  die  (auf  648,000  Köpfe  geschätzte)
i  Iilitärbevölkerung,  rechnet  die  Direction  der  administrativen  Statistik:

ivaxnoiiKen,

ijutneraner,
853,304  Juden,
46,278  Unitarier,
455  Sectirer.

3’505,686  unirte  Griechen,
2’7öl,846  nichtunirte  Griechen,
1’869,546  Reformirte,
8.  105.  mrÄif.  Im  August  1856  ward  ein  eigenes  Marine-Obercommando
  geschaffen,  wonach  denn  die  Seemacht  nicht  mehr  unter ­
  den  Befehlen  eines  Land-Generals  zu  stehen  scheint.

S.  108.  Endlich  sind  die  Resultate  der  amtllelmn
  Regmter  in  dem  (mit  dem  L  Nov.  beginnenden)  Verwaltungsjahre
  18»%3  bekannt  geworden,  in  Oesterreich  und  den  mit  d¿nselben
  handelspolitisch  verbundenen  drei  kleinen  Staaten  Liechtenstein
arma  und  Modena,  betrug  der  amtlich  angenommene  Werth:

der  Ausfuhr  217’562,184

414'954,717  „  „
der  Durchfuhr  114’848,992  „  „
Welche  kleinen  Ergebnisse  im  Verhältnisse  zu  der  scheinbar  so
unbedeutenden  Schweiz  (siehe  S.  252).

*)  Unter  „Romanen“  sind  begriffen:  Italiener,  Friauler,  Ladiner  u.  Rumänen.
            
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