Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

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GROSSBRITANIEN  -  Handelsverkehr.

Vergleicht  man  die  Ausfuhr  in  den  Jahren  1831  und  42,  so
findet  man  eine  verhältnissmässig  nur  geringe  Zunahme  in  dieser  Zeit
der  Handelsbeschränkungen  ;  dagegen  deuten  die  Ziffern  von  1853  den
Ungeheuern  Aufschwung  an  in  der  Epoche,  in  der  man  sich  der  Handelsfreiheit ­
  nähert.
Im  auswärtigen  Handel  hat  sich  besonders  der  Absatz  nach  den
Verein.  Staaten  dermassen  gesteigert,  dass  er  über  36  Proz.  der  Gesammtverkehrssumme
  beträgt.*)  Nächst  ihm  kommt  der  Absatz  nach
Deutschland  mit  8V7  Mill.,  =  über  12  Proz.;  der  nach  Holland
fast  4V2  und  nach  Italien  fast  3*/^.  Weit  geringer  war  der  Absatz
nach  Frankreich,  wenig  Über  2%,  nach  Spanien  1%,  nach  Russland
nicht  einmal  IV4  Mill.  Der  letztbezeichnete  Verkehr  beträgt  nur  den
20sten  Theil  des  nach  Nordamerika  geführten;  er  steht  dem  nach
Brasilien  und  der  Türkei  nach,  und  kommt  selbst  dem  nach  China
nicht  gleich.
In  noch  colossalerem  Maasse,  als.  der  eigentl.  auswärtige  Absatz,
hat  sich  der  nach  den  Colonien  entwickelt.  Früher  fasste  man  beinahe ­
  nur  Ostindien  ins  Auge.  Und  wirklich  gehen  dahin  eben  so
viele  brit.  I  rodukte,  als  nach  Deutschland,  und  noch  vermehrt  sich
die  Masse  (1852  für  7’352,907,  1853  für  8185,695  Pf.  St.).  Schon
aber  hat  der  Markt  in  Australien  jenen  in  Ostindien  weit  übertroffen; ­
  nach  Australien  gingen  über  43  Proz.  des  Absatzes  in  die
Colonien.  Die  Zunahme  war  diese  :
1831  für  403,223  Pf.  St.  1852  für  4’222,205  Pf.  St.
1842  ,  998,952  1853  «  14’513,700
1848  ,  1’463,931
Dies  war  freilich  ein  Ueberführen  des  Marktes,  dem  schon  1854
ein  Rückschlag  folgte.
Es  versteht  sich  von  selbst,  dass  ein  einzelnes  Jahr  nicht  unbedingt ­
  massgebend  sein  kann  ;  es  gewährt  aber  obige  Zusammenstellung ­
  doch  ein  wichtiges  Gesammtbild.
Zur  Vergleichung  fügen  wir  nur  noch  einige  wenige  Ziffern  bei.
Es  betrug  die  Einfuhr
roher  Baumwolle  Schafwolle,
1837:  407’286,783  Pfd.  48’379,708  Pfd.
1853:  895’266,780  119’395,445
Zu  Anfang  des  vorigen  Jahrhunderts  überstieg  die  jährl.  Ausfuhr ­
  von  Baumwollenwaaren  kaum  20,000  Pf.  St.;  1750  war  dieselbe
nicht  über  45,000  Pf.  gestiegen;  jetzt  bilden  diese  Waaren  bekanntlich ­
  den  wichtigsten  Exportartikel.  Die  rohe  Baumwolle  wird  meistens ­
  aus  Amerika  bezogen.  Es  kommt  wohl  aber  auch  die  merkwürdige ­
  Erscheinung  vor,  dass  in  Ostindien  produzirte  Baumwolle
(ungeachtet  des  dortigen  beispiellos  wohlfeilen  Taglohns  von  25  Cent.)
nicht  dort,  sondern  in  England  (bei  einem  Taglohn  von  mehr  als
2  Fr.,  also  dem  Achtfachen)  verarbeitet  und  dann  als  Zeug  wieder

*)  Die  Ausfuhr  britischer  Waaren  nach  Nordamerike  stieg  so  :
1842:  3535,381  Pf.  1852:  16’567,000
1849:  11’371,000  1853:  23’658,000
            
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