Virtschaftliche
Verkehrs-
Freiheit.
mehr verschließt. So notwendig die:
ser Kampf um das Prinzip auch ist,
so wird man nicht außer acht lassen
dürfen, daß die Meistbegünstigung
heute nicht mehr denselben Wert
besitzt wie vor dem Kriege. Einmal
hat die in vielen Ländern erfolgte
Erhöhung des Zollniveaus das Ein-
fuhrland, auch wenn es die Meistbes
günstigung genießt, gegenüber der
inländischen Konkurrenz zurückge-
Jrängt. Durch die Bildung neuer
Staaten, insbesondere in Osteuropa,
'st weiterhin die geographische Aus-
wirkung der in einem Handelsver-
rrag festgelegten Meistbegünstigung
aingeengt worden. Schließlich aber,
und dies ist wohl das wesentliche,
hat eine Reihe von Ländern seit dem
Kriege die Zolltarife außerordent:-
lich weitgehend spezialisiert und
damit den technischen Umfang der
einzelnen Zolltarifposition oder
Warenbezeichnung stark einge:
schränkt. Durch diese Entwertung
der Meistbegünstigung ist Deutsch:
land gezwungen, noch mehr als in
ler Vorkriegszeit seine Handels-
politik darauf einzustellen, auch
Zolltarifermäßigungen zu
erlangen. Gegenüber vielen Ländern
würde für die deutsche Ausfuhr
ıicht schon die Anerkennung der
Meistbegünstigung, sondern erst die
Jewährung von Zolltarifermäßigun-
sen einen praktischen Vorteil bieten.
Während des Krieges und in der
Nachkriegszeit sind in fast allen
Ländern Gesetze und andere Vor-
schriften erlassen worden, die die
Zewegungsfreiheit und die prak:
sche Betätigung von Ausländern
»inschränken. Die Einreise, die ge-
werbliche Niederlassung, die Be:
:ätigung von Handelsreisenden, das
Recht zum Grundstückserwerb und
die Errichtung von Gesellschaften
ist vielfach für Ausländer an schwer
erfüllbare Bedingungen geknüpft,
die den Notwendigkeiten eines
.nternationalen Warenaustausches
nicht gerecht werden. In den Han:
Jelsverträgen muß daher der Grunde:
‚atz der Verkehrsfreiheit wieder
rolle Anerkennung finden.
Die schwerste Behinderung einer
ien Erfordernissen der Wirtschaft
jerecht werdenden Handelspolitik
st die allgemeine Erhöhung des
nternationalen Zollniveaus seit dem
<riege. In fast allen Ländern sind
vährend des Krieges neue Industrien
ntstanden, die vielfach einer freien
Zonkurrenz nicht standhalten kön:
jen. Die einzelnen Staaten drängen
leshalb dahin, Zollerhöhungen vor-
‚unehmen, die ihnen die Existenz
hrer Industrien sichern. In der glei:
hen Richtung wirkte die während
les Krieges entstandene Auffassung,
eder Staat müsse aus militärpoliti-
chen Erwägungen sich in der Ver-
‘‚orgung mit Kriegsmaterial im wei:
esten Sinne des Wortes vom Aus-
and unabhängig machen. Auf dieser
irwägung beruht der Schutzgedanke
ür die sogenannten „Schlüssel:
ndustrien‘“. In mehreren europä-
schen Staaten, beispielsweise in
;panien, Ungarn und England, ist
ler Weg einer besonderen Gesetz»
jebung zum Schutze und zur Förde:
ung der als lebenswichtig betrach:
eten Industrien eingeschlagen wors
ien. Diese Hochschutzzollpolitik.
ührt letzten Endes dahin, das ganze
?reisniveau in Europa unnatürlich
ınd unwirtschaftlich zu erhöhen
ınd die europäische Wirtschaft
jegenüber der amerikanischen Wirt»
schaft auf dem Weltmarkt konkur:
‚enzunfähig zu machen, Außerdem
vürde eine allgemeine Hochschutz-
‚ollpolitik aller europäischen Staaten
lie Wirkung der Zölle zwischen den
inzelnen Ländern bis zu einem ge:
vissen Grade wieder aufheben.
Die Versuche, die durch den Krieg
‚errüttete europäische Wirtschaft
ıllmählich wieder gesunden zu
assen, sind in den letzten Jahren
Jurch immer wiederkehrende Wäh-
‘ungskrisen in Europa gestört wor:
Hochschutz-
‚ollpolitik des
Auslandes.
Daumping.
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