Object: Geld-, Bank- und Börsenwesen

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den oberitalienischen Geldwechslern des späteren Mittelalters — nennt 
man die Beleihung von Wertpapieren, Waren oder anderen beweglichen 
Pfändern, die nicht durch Pfandleiher, sondern durch Banken und Bankiers 
erfolgt. Im Gegensatz zum Diskontgeschäft ist beim Lombardgeschäft im 
allgemeinen weniger auf die Kreditwürdigkeit der Darlehnsuchenden als 
auf die Güte des Unterpfandes zu achten. Doch ist daneben auch die Ver 
mögenslage des Pfandgebers zu berücksichtigen, damit die Bank nicht aus 
schließlich auf das Pfand angewiesen ist. Vom Kontokorrentkredit unter 
scheidet sich der Lombardkredit dadurch, daß beim Lombardkredit nicht auf 
beiden Seiten Ansprüche entstehen, die aufzurechnen sind, und daß es sich 
um einen einheitlichen Kapitalbetrag handelt. Die Beleihungshöhe 
ist nach Art, Kurs oder Marktpreis des Unterpfandes verschieden. 
Der Zinsfuß für Lombarddarlehen ist fast stets höher — bei der Deut 
schen Reichsbank in der Regel um 1 % — als der bei der Diskontierung 
von Wechseln in Anrechnung gebrachte Satz. Dies kommt daher, daß 
Lombarddarlehen nicht in dem Maße wie Wechsel als bankmäßige Deckung 
gelten — die Notenbanken dürfen Lombardforderungen nicht als Noten 
deckung betrachten —, und daß eine vorzeitige Flüssigmachung des Dar- 
lehns, wie beim Wechsel, nicht möglich ist. Weiter kommt in Betracht, daß 
den Banken durch sorgfältige Aufbewahrung des Unterpfandes sEffekten, 
Wechsel, Waren, seltener Edelmetalle) und fortlaufende Kontrolle des 
Wertes des Pfandes eine größere Arbeit erwächst. 
„Der Lombardverkehr ist in der Regel nicht als Verbindungsglied des 
Prozesses der Überleitung der Produktion zur Konsumtion anzusehen" 
sH a r t u n g). W i l l der Besitzer nicht verkaufen, so liegt eine, möglicher 
weise berechtigte, Spekulation vor; kann er nicht verkaufen, so übersteigt 
augenblicklich die Erzeugung des Gutes dessen Bedarf. An Liquidität steht 
also das Lombardgeschäft der Wechseldiskontierung erheblich nach. 
d) Technik der Lombardgeschäfte. Sicherungsübereignung 
Können oder wollen, wegen des ungünstigen Preises, Kaufleute und 
Industrielle ihre Waren, Landwirte ihr Getreide oder ihre Wolle nicht 
veräußern, so verschaffen sie sich Geld durch Lombardierung. Das 
Warenlombardgeschäft betreibt aber wegen der damit verknüpften 
Schwierigkeiten nur ein Teil der Banken.
	        
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