Object: Psychologie der Werbung

rieren. Die Tatsache, daß sinnloses Material schwerer behalten 
wird als sinnvolles, lehrt uns, daß man in der Reklame mit sinn- 
losen. oder dem Publikum sprachgeschichtlich schwer verständ- 
lichen Reklameworten und mit Zeichnungen von Fabrikmarken, 
Verlagsmarken usw., die dem Publikum als unverständliche 
Schnörkel erscheinen, vorsichtig sein muß. Der Nutzen des lang- 
samen Lernens für die Haftung im Gedächtnis sollte die Kino- 
besitzer davon abhalten, die in den‘ Zwischenakten üblichen Re- 
klameprojektionen allzu schnell aufeinander folgen zu lassen und 
die Auftraggeber sollten sich dies ganz entschieden verbitten. 
Der Umstand, daß das Behalten von Objekten begünstigt wird, 
wenn sie immer in ein und derselben zeitlichen und räumlichen 
Lage erscheinen, zeigt uns, daß gleiche Zeitungsanzeigen an 
gleicher Stelle des Blattes empfehlenswert sind und daß wech- 
selnde Annoncen am besten in gleicher Reihenfolge wiederkehren. 
Die Unterstützung des Lernens durch Rhythmus und Reim läßt 
auch auf eine gute Gedächtniswirkung gereimter und rhyth- 
mischer Reklamen schließen. Daß das Lernen mit Rücksicht auf 
inhaltliche Zusammenhänge wirksamer ist als das mechanische 
zeigt, daß logisch verbundene Reklameelemente (z. B. ein Bild 
und ein Wort, dessen Sinn mit dem Bild zusammenhängt) ein- 
ander leichter ins Gedächtnis rufen, als nur äußerlich verbun- 
dene Elemente. 
Nach dem bisher Gesagten muß die Reklame, welche immer 
eine Einstellung auf die Annahme oder Leistung von honorierten 
Diensten bewirken will, einen Aufmerksamkeits-, Apperzeptions- 
und Gedächtniswert haben. In der Reklamepsychologie wird nun 
auch noch von anderen derartigen Werten geredet. So kann man 
schon von einem Wahrnehmungswert sprechen und darunter die 
Fähigkeit einer Reklame verstehen, überhaupt zur Wahrnehmung 
zu gelangen, was natürlich die selbstverständliche Voraussetzung 
jeder weiteren Wirkung derselben ist. Im engen Zusammenhang 
mit dem Gedächtniswert der Reklame, aber psychologisch und 
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