Full text: The Socialism of to-day

Das Wirtschaftsleben innerhalb der Gesamtkultur 25 
Serum gegen eine Krankheit, der Pflanzenzüchter, der Über- 
setzer der Bibel in eine fremde Sprache, der Begründer 
einer sozialen Einrichtung, der Erfinder einer neuen 
Methode zur Unterrichtung von Taubstummen: dies sind 
nicht die Männer, ‚who do things,‘ denn sie geben Wohltaten, 
nur Wohltaten, aber kein Geld.“ 32 ‚„Business-like‘“ wird 
das größte Kompliment, das man irgendeiner Sache machen 
kann3, und die Sprache der salesman durchdringt das 
gesamte Leben. Man spricht von einem „selling service“, 
„selling christianity“‘, „selling ideas‘ 34, und man muß 
glauben, daß der große amerikanische Philosoph William 
James sich der ungeheuerlichen Geschmacklosigkeit gar nicht 
bewußt gewesen ist, als er schrieb: „Der Gott, den die Wissen- 
schaft anerkennt, darf nur ein Gott universaler Gesetze sein, 
ein Gott, der ein Engrosgeschäft, und nicht einen Kleinhandel 
betreibt; er kann das, was er tut, nicht der Bequemlichkeit 
von Einzelwesen anpassen.‘ 3 Und ebenso wird man in der 
Auslöschung von Niveauunterschieden eine Ungehörigkeit fin- 
den, wenn etwa Barnum an Matthew Arnold, als dieser sich 
in Amerika aufhielt, schrieb: „Sie sind berühmt, ich bin be- 
kannt, wir müßten zusammengehen.“‘ 36 
Stets hat die Wirtschaft den Primat, alles wird 
daraufhin geprüft, wie das Wirtschaftsleben darauf reagieren 
muß, und alles verworfen, was es irgendwie hemmen könnte; 
im Konflikt mit menschlichen, sozialen, ästhetischen Forde- 
rungen wird es immer den Sieg davontragen. Was er auf 
wirtschaftlichem Gebiete geleistet hat, ist des Amerikaners
	        
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