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Bei den Speziellen Deckungsmitteln ergeben sich für die Gemeinden (Gemeinde-
verbände) in allen Rechnungsjahren die weitaus größten Anteilsätze, und zwar sowohl bei den
Verwaltungseinnahmen als auch bei den Einnahmen aus Anleihen, Fondsentnahmen u. del.
An den gesamten Speziellen Deckungsmitteln sind die Gemeinden und Gemeindeverbände in
den vier Berichtsjahren mit rd. 53 bis 63 vH beteiligt; der Anteil der Länder ist mit rd. 23
bis 25 vH in allen Rechnungsjahren annähernd gleichgeblieben. Auf das Reich entfallen im
Vorkriegsjahr 12 vH; in den Nachkriegsjahren sinkt der Anteil des Reichs an den Speziellen
Deckungsmitteln überaus stark von rd. 19 vH im Rechnungsjahr 1925/26 auf 8 vH im Rech-
aungsjahr 1927/28. Diese Entwicklung ist in der Hauptsache auf den entsprechenden Rück-
Jang des Anteilsatzes der Einnahmen aus Anleihen, Fondsentnahmen u. dgl. zurückzuführen.
Am Zuschußbedarf der gesamten öffentlichen Verwaltung hat das Reich in allen Be-
tichtsjahren den größten Anteil; er beträgt im Rechnungsjahr 1913/14 knapp 40 vH und
steigt in den Nachkriegsjahren von 41 vH bis auf 46 vH des jeweiligen Gesamtzuschuß-
vedarfs, Demgegenüber gehen die Anteile der Länder, der Gemeinden (Gemeindeverbände)
nd der Hansestädte ständig zurück, Die Gemeinden (Gemeindeverbände) sind mit 33,2 vH
Js 31,3 vH nächst dem Reich am stärksten am Gesamtzuschußbedarf beteiligt; auf die
Länder entfallen 23,5 bis 20,4 vH, auf die Hansestädte die restlichen 3,4 bis 2,6 vH.
Bei den Allgemeinen Deckungsmitteln entfällt ein von Jahr zu Jahr ständig stei-
zender und jeweils größter Anteil auf das Reich; gegenüber rd. 36 vH im Vorkriegsjahr be-
'rägt der Anteil in den Nachkriegsjahren rd. 42 bis 46 vH. Demgegenüber geht der Anteil der
Länder von Jahr zu Jahr zurück, und zwar von rd. 25 vH im Vorkriegsjahr auf rd. 20 vH
(927/28. Die Gemeinden (Gemeindeverbände) waren im Rechnungsjahr 1913/14 mit 35,4 vH
veteiligt, während der Anteil 1925/26 nur noch 32,5 vH ausmachte und 1927/28 auf rd. 31 vH
‘urückging,
„Von besonderem Interesse ist hier die Entwicklung der Anteilsätze der verschiedenen Ge-
%etskörperschaften an den Steuereinnahmen der öffentlichen Verwaltung. Der Anteil
ües Reichs, das jeweils den größten Teil der Steuereinnahmen beansprucht, stieg‘ von
10,3 vH im Vorkriegsjahr auf 44,7 vH. im Rechnungsjahr 1925/26 und in den folgenden
Rechnungsjahren auf 45,5 vH und 46,9 vH. Die absoluten Steuereinnahmen des Reichs sind
dabei von 1,6 Mrd. 4 im Rechnungsjahr 1913/14 auf 6,4 Mrd. A.A, d. h. auf etwa das Vier-
:äche im Rechnungsjahr 1927/28 gestiegen. Auf die Gemeinden (Gemeindeverbände) ent-
‘allen im Vorkriegsjahr rd. 37 vH, in den Nachkriegsjahren rd. 30 bis 31 vH der Steuer-
“Mnahmen; trotz der Steigerung der absoluten Beträge bei den Steuereinnahmen der
Gemeinden (Gemeindeverbände) von 1,5 Mrd. A im Vorkriegsjahr auf 3,2 bis 4,1 Mrd. AM
N den Nachkriegsjahren ist also ihr Anteil an den Steuereinnahmen nicht unerheblich
“ürückgegangen. Der Anteil der Länder ist von 19,3 vH im Vorkriegsjahr auf 22,7 vH im
Rechnungsjahr 1925/26 gestiegen, in den folgenden Jahren jedoch trotz steigender absoluter
Beträge langsam zurückgegangen.
‚Die Änderungen in der Verteilung des Reinen Finanzbedarfs und der Deckungsmittel auf
die Gebietskörperschaften, die in der Nachkriegszeit im Vergleich zu dem Rechnungsjahre
(913/14 eingetreten sind, blieben auf die finanzwirtschaftliche Struktur der einzelnen Ge-
'etskörperschaft nicht ohne Einfluß.
Übersicht 5 gibt einen Einblick in diese Zusammenhänge. Es werden hier, um die
Jarheit der textlichen Erläuterung, die sich auf die Hauptmomente beschränken muß,
Nicht zu gefährden, im wesentlichen nur die Verhältuiszahlen der Übersicht berück-
Ächtigt (die entsprechenden Grundzahlen finden sich in der Übersicht 1 auf S. 104/105).
a der gesamten öffentlichen Verwaltung (Reich, Länder, Gemeinden [Gemeindeverbände]
g Hansestädte) wurden im Rechnungsjahr 1913/14 rd. 25 vH des Reinen Finanzbedaris
ob Spezielle Deckungsmittel und rd. 70 vH durch Steuern und Erträge des Erwerbs-
Ren Bens gedeckt. Es verblieben etwa 5 vH als Mehrausgaben. Dieses Bild änderte sich im
S Chnungsjahre 1925/26 insofern, als nur noch rd. 20 vH des Reinen Finanzbedarfs durch
rel Deckungsmittel gedeckt werden konnten. Dieser Rückgang wurde vor allem ver-
in acht durch den angespannten Kapitalmarkt im Jahre 1925, der eine Schuldaufnahme
der m Maße etwa des Jahres 1913 nicht erlaubte. Obwohl die Einnahmen aus Anleihen USW.
Sesamten öffentlichen Verwaltung vor. 760 Mill. X 1913/14 auf rd. 980 MilL AM im