fullscreen: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

746 — 
gehört Tausenden von Millionären und Multimillionären 
in allen Teilen der Vereinigten Staaten. Andere Teile des 
Kapitals sind im Besitz einer beträchtlichen, aber abneh- 
menden Anzahl von kleinen wohlhabenden Aktionären. 
Aber der überwiegende Besitz und die unumschränkte 
Herrschaft befinden sich in den Händen und zur Verfügung 
einiger weniger größter Magnaten. Mit ihnen verbunden 
oder unter ihnen steht eine Reihe weiterer Magnaten, wie 
James J. Hill, der die Eisenbahnen des Nordwestens be- 
herrscht; die Familie Armour, die den „Beef Trust“ be- 
herrscht; die Vanderbilts, Goulds, Astors, Thomas F. Ryan 
und andere Multimillionäre dieser Art, von denen jeder 
in seiner Sphäre mächtig ist, die aber in verschiedener 
Weise niedrigere und untergeordnetere Schichten beherr- 
schen als Rockefeller und Morgan. 
Der beiliggesprochene Kapitalismus 
Da das Proletariat von der klaren Erkenntnis aller dieser 
Tatsachen und Verhältnisse durchdrungen ist, wissen die 
erfahrenen Anhänger des bestehenden Systems sehr wohl, 
wie abgeschmackt es ist, bei der alten Ausflucht zu bleiben, 
daß die Arbeiter selbst Kapitalisten werden können — eine 
Ausflucht, die sich durch die Verhältnisse sofort als irre- 
leitend und unsinnig erweist. Daher haben die milder ge- 
sinnten Magnaten den Versuch, das Proletariat nach dieser 
Richtung hin mit den heirschenden Verhältnissen auszu- 
söhnen, aufgegeben und vor einigen Jahren angefangen, 
eine neue Politik zu verfolgen. Mit einer Dreistigkeit, die 
derjenigen entspricht, die sie bei der Ausgabe von unge- 
heuren Mengen nur nominell erhöhter Aktien anwandten, 
sind sie kühn ausgezogen, sogar den Himmel zu annektieren, 
indem sie erklärten, daß den Männern und Frauen von 
großem Reichtum dieser Reichtum von Gott anvertraut sei, 
damit sie als Verwalter für das übrige Volk handelten. Dies 
war die berühmte Erklärung, die George F. Baer, der 
Titularchef des Kohlentrusts, im Jahre 1902 während des 
Streiks der;Kohlenarbeiter abgab. Der Gedanke war jedoch 
durchaus nicht originell; er war den von der Geistlichkeit
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.