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gehört Tausenden von Millionären und Multimillionären
in allen Teilen der Vereinigten Staaten. Andere Teile des
Kapitals sind im Besitz einer beträchtlichen, aber abneh-
menden Anzahl von kleinen wohlhabenden Aktionären.
Aber der überwiegende Besitz und die unumschränkte
Herrschaft befinden sich in den Händen und zur Verfügung
einiger weniger größter Magnaten. Mit ihnen verbunden
oder unter ihnen steht eine Reihe weiterer Magnaten, wie
James J. Hill, der die Eisenbahnen des Nordwestens be-
herrscht; die Familie Armour, die den „Beef Trust“ be-
herrscht; die Vanderbilts, Goulds, Astors, Thomas F. Ryan
und andere Multimillionäre dieser Art, von denen jeder
in seiner Sphäre mächtig ist, die aber in verschiedener
Weise niedrigere und untergeordnetere Schichten beherr-
schen als Rockefeller und Morgan.
Der beiliggesprochene Kapitalismus
Da das Proletariat von der klaren Erkenntnis aller dieser
Tatsachen und Verhältnisse durchdrungen ist, wissen die
erfahrenen Anhänger des bestehenden Systems sehr wohl,
wie abgeschmackt es ist, bei der alten Ausflucht zu bleiben,
daß die Arbeiter selbst Kapitalisten werden können — eine
Ausflucht, die sich durch die Verhältnisse sofort als irre-
leitend und unsinnig erweist. Daher haben die milder ge-
sinnten Magnaten den Versuch, das Proletariat nach dieser
Richtung hin mit den heirschenden Verhältnissen auszu-
söhnen, aufgegeben und vor einigen Jahren angefangen,
eine neue Politik zu verfolgen. Mit einer Dreistigkeit, die
derjenigen entspricht, die sie bei der Ausgabe von unge-
heuren Mengen nur nominell erhöhter Aktien anwandten,
sind sie kühn ausgezogen, sogar den Himmel zu annektieren,
indem sie erklärten, daß den Männern und Frauen von
großem Reichtum dieser Reichtum von Gott anvertraut sei,
damit sie als Verwalter für das übrige Volk handelten. Dies
war die berühmte Erklärung, die George F. Baer, der
Titularchef des Kohlentrusts, im Jahre 1902 während des
Streiks der;Kohlenarbeiter abgab. Der Gedanke war jedoch
durchaus nicht originell; er war den von der Geistlichkeit