Full text: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

192 
II. Buch. Der Güteraustausch. 
Diesen letzten Satz werden wir im 2. Kapitel des HI. Buches nach zu 
beweisen haben. Die übrigen Thesen stützen sich auf das im vorstehenden 
Entwickelte und sind dadurch erwiesen. 
Uebrigens muß hervorgehoben werden, daß die gegenwärtig in den Ländern 
deutscher Zunge herrschenden Anschauungen in richtiger Würdigung der un- 
gemein großen Complicirtheit der die Preisbildung bestimmenden Faktoren 
und ihren Einwirkungen es aufgegeben haben, gewisse Preisgesetze aufzustellen, 
und sich damit begnügen, Momente anzuführen, welche auf die Höhe der 
Preise von Einfluß sind, und diese den thatsächlichen Verhältnissen entsprechende 
Anschauungsweise hat auch im Auslande zahlreiche Vertreter gefunden \ 
Viertes Kapitel. 
Die nichtsreie Preisbildung. 
Zum Begriff eines Marktes gehört, wie wir im vorletzten Kapitel 9 f; 
sehen haben, das freie Zusammenkommen einer beträchtlichen Anzahl von 
Käufern und Verkäufern sowie der Bestand einer bis zu einem gewissen 
Grade gleichmäßigen Höhe technischer Kenntniß und Tüchtigkeit auf beiden 
Seiten, also eine Reihe von Merkmalen, deren Vorhandensein eine gerechte 
Preisbildung gewährleistet. 
Nun wird aber eine überaus große Anzahl von Käufen nicht auf einen' 
Markte abgeschlossen; in solchen Fällen kann natürlich von Marktpreisen nicht 
die Rede sein. 
Die Unterscheidung zwischen Markt- iinb Nichtmarktpreisen fällt übrigen? 
nicht mit derjenigen zwischen Engros- und Detailpreisen zusammen, obgleich 
solches in der Praxis vielfach stattfindet. Bisweilen kommt es vor — 11,10 
in den Vereinigten Staaten sogar oftmals —, daß Kaufgeschäfte im großen 
nicht zwischen Leuten, von denen sowohl die Käufer als die Verkäufer zu i c 
einer großen Gruppe von Anbietenden und Nachfragenden gehören, sonder" 
zwischen einer Schar von Concurrenten auf der einen unb einem Monopol' 
inhaber auf der andern abgeschlossen werden. Andererseits gibt es aber auch 
i Ueber die Lehre vom Werthe und vom Preise siehe Friedländer, The^^ 
des Werthes. Dorpat 1852; K. Knies, Die Lehre vom Werth, in der Tiibiķ 
.Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft', Jahrgang 1859; Karl Menge ' 
Grundsätze der Volkswirtschaftslehre (Wien 1872), 1. Theil; R. Zuckerkandl, 3' 
Theorie des Preises. Leipzig 1889.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.