Full text: Der österreichische Exporteur

bei Mariupol, mit deren Ausschaltung wegen einer ganzen 
Reihe tiefliegender Gründe gerechnet werden muss. Die 
hauptsächlichsten sind: mangelhafte Ausrüstung, unge- 
nügende Mechanisierung, verhältnismässig schwache Elektri- 
fizierung. Ausserdem besteht die Notwendigkeit der Wieder- 
herstellung der Kertschener Eisenwerke, deren Erze die 
genannten Werke früher verhütteten. Die Werke „Pe- 
trowski“ und „Jusowski‘“ gehören. zu der Gruppe solcher 
Werke, deren Ausrüstung derart abgewirtschaftet ist, dass 
eine einigermassen regelmässige Arbeit unmöglich erscheint, 
solange durchgreifende Reparaturen und KErneuerungen 
nicht vorgenommen werden; denn die Kraftanlagen ‘auf 
Petrowski Sawod bestehen zu 60% aus Gasmotoren ‚vers 
schiedenen Typs, von denen nur wenige arbeiten. . Durch 
Maschinendefekte verursachte Betriebsstörungen, :die den 
gänzlichen Stillstand der Werke auf längere Zeit zur Folge 
haben, sind durchaus nicht selten. Die Werke kommen auch 
zum Stillstand wegen nicht rechtzeitigen Eintreffens der 
notwendigen Materialien, Fehiens von Rohstoffen und 
Heizmaterialien, ferner auch infolge „nicht richtiger Dis- 
ponierung der Produktion“, wie es in der Sowjetsprache 
heisst. Auf dem Petrowski Sawod waren z. B. . von 
661 Stunden des Stillstandes 296 Stunden auf Abnutzung 
der Ausrüstung zurückzulühren; 480 Stunden Betriebsstill- 
stand der Bessemer-Abteilung‘ des „Dneprowski Sawod“ 
rührten davon her, dass nicht genügend Stahlblöcke vor- 
handen waren. Auf einem zum südrussischen Stahltrust 
„Jugostal‘“ gehörigen Unternehmen fanden im ersten Viertel: 
jahre. des Wirtschaftsjahres 1925/26 30 grosse Betriebs- 
störungen. statt; in der Walzwerksabteilung des „Stalinski 
Sawod“ standen mehrere Maschinen 1700 Stunden still. — 
Reparaturen von alten Maschinen stellen sich meistens 
teurer als der Ankauf neuer Maschinen. 
Die Elektrifizierung des Petrowski Sawod erreicht kaum 
140%. Die Kraftanlage im Jusowski-Werk befindet sich in 
sehr bedenklichem Zustande. Die elektrische Station ist 
nicht imstande, die zur Speisung der vorhandenen Elektro- 
Motoren notwendige Energie zu erzeugen. ‘ Der Stand 
lieser Werke hat sich im Laufe der letzten drei Jahre nur 
ganz unwesentlich gebessert, was sich daraus ergibt, dass 
man in Südrussland für die Erzeugung von 1000 Pud Metall 
im Laufe eines Monats 13 bis 15 Arbeiter braucht, während 
im Auslande für dieselbe Leistung 'nur zwei bis drei Mann 
notwendig sind. Der Verbrauch von Feuerungsmaterial zur 
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