Bemerkungen für die Praxis 107
Doch wird ein ersprießliches Arbeiten auf die Dauer
nicht möglich sein, wenn der einzelne Arbeiter nicht das
nötige eigene Werkzeug leicht zu seiner Verfügung hat. Die
einmaligen Auslagen, die dazu erforderlich sind, dürften
für gewöhnlich die Kräfte des einzelnen nicht übersteigen.
Für ein kleines Spezialgebiet wird sich auch die allmäh-
liche Anschaffung der einschlägigen Fachliteratur in den
meisten Fällen ermöglichen lassen. Nur für die ausge-
dehnte periodische Literatur und die kostspieligen. großen
Bibliographien und Quellensammlungen bleibt man in der
Regel auf die Benützung einer größeren öffentlichen Biblio-
thek angewiesen.
H. Schmidkunz verweist für die zweckmäßige Allmählichkeit im
Anlegen einer Privatbücherei und die Behütung vor unnötigen An-
schaffungen auf seine Ausführungen über die „Hausbibliothek“ in der
„Wissenschaftlichen Beilage der Germania“ 1901 n. 43, und „Wie legt
man eine Bibliothek an?“ in: Das Wissen für alle 111—119, Wien,
10. Mai 1903, sowie einen Artikel über „Privatbibliothek“ in der Zeit-
schrift für Bücherfreunde, der mir nicht zugänglich war (Zts. f. Philos.
und Pädag. 15 [1908] 511).
10. Für gewisse Arten von Arbeiten kann es von
praktischem Nutzen sein, mit einem bewährten Zeitung s-
ausschnitts-Bureau in Verbindung zu treten. Freilich
darf man für wissenschaftliche Arbeiten an derartige rein
geschäftliche Unternehmungen nicht allzu hohe Anforder-
ungen stellen. Die Erfahrung mit einer Reihe von solchen
Anstalten in verschiedenen Ländern hat es in vielen Fällen
bestätigt, daß. bei den meisten Angestellten dieser Geschäfte
der Sinn und die nötige Vorbildung für wissenschaftliche
Hilfsarbeit gar nicht oder doch nur in sehr bescheidenem
Maße vorhanden ist.
Immerhin kann es sich aber der Mühe lohnen, für die
Sammlung von Artikeln, Besprechungen und kleinen No-
tizen über einen bestimmten Gegenstand, die in in- und
ausländischen Zeitungen und Zeitschriften zerstreut sich
finden können, die Dienste eines solchen Bureaus in An-
spruch zu nehmen. Dabei ist es ratsam, die nötige Vorsicht
in der Wahl der Anstalt anzuwenden, den Gegenstand,
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