Object: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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nördlide Teil des füdlidhen Urals ijt mit didHten Wäldern bebedt, 
gegen Süden gehen die Berge allmählid in die Steppe über. 
Tie Bevölkerung des Urals und der diejem Gebirge im Welten 
vorgelagerten Chene (die Gouvernements AUrhangelit, Wologda, Wijatka, 
Berm, Ufa und Orenburg) befteht in der überwiegenden Mehrheit 
aus Großruffen, die [id in den legten Jahrhunderten in Ddiejen Ge- 
bieten als Koloniften feitgefeßt haben. Wber überall find nod Itarfe 
Refte der indigenen Bevölferung vorhanden. Im äubßerjten Norden, 
dem Tundrengebiet, ind nur nomadifierende, finni[d-mongolijche Bölker- 
jhaften zu finden. In dem Gouvernement Wijatka Ieben neben den 
Sroßrulfen nod) Wotjaken, Ijdheremijjen, Tataren und Bafjdhfkiren, im 
SGouvernement Perm BajchHkiren, Tataren, Teptjaren, MeidhHt{Herjaken, 
Bermier, Tjdheremijfen, und Wogulen, im Gouvernement fa Bafch- 
firen, Teptjaren, Tataren, Mordwinen, I]qdHeremijfen und Wotjaken, 
im SGouvernement Orenburg Bajdhkiren, Tataren, Kalmüden, Mord- 
winen und Teptjaren. Im lebten Gouvernement gehören übrigens 
22 0% der Bevölferung dem Orenhurger Kofakenheere an. 
Ten Hauptreidhtum des Urals bilden feine verfdiedenartigen, als 
uner[höpflid geltenden Boden[Häke, die Hauptlädlid an den 5Sitlidhen 
Ubhängen des mittleren Urals zu finden find, zwilden dem 54. und 
60 Grad nördlidher Breite. Hier befindet [id aud der am didhtelten 
bevölferte Teil des Gebirges und einer der qewerhreichiten Diltrikte 
des Rufliidhen Reiches. 
Bon ganz hefonderer Bedeutung für das metallarme Zentral» 
Rußland find die großen Eijenerzlager des Urals. Die Erze werden aud) 
gleich hier verhüttet, und mehr als vier Fünftel der gejamten ruflilden 
Roheifenproduktion |tammte einjt aus den uralijdhen Hüttenwerken (in 
den Gouvernements Wiatka, Wologda, Perm, Ufa und Orenburg), 
deren Zahl 100 weit überfteigt. Im Iahre 1905 betrug hier die 
Gefamtproduktion an Roheijen 6,74 und an Eifen und Stahl 5,36 Mil- 
fionen Meter-Zentner. Die Hauptjqhwierigieit der uralijden Eijen- 
induftrie befteht in dem fehr fühlbaren Mangel an geeignetem Heiz: 
material. Lange Zeit behalf man ji mit Holzkohle, aber feitdem deren 
Beidaffung nad Vernichtung der MWaldreiHtümer aud immer um- 
jtändlidher wird, bereitet dieje Frage der Eijenindujtrie im Uralgebiet 
idwere Sorgen. Wegen der ungünjtigen Verkehrshedingungen ijt das 
Heranfhaffen von Heizitoffen aus ferneren Gegenden praftijd faum 
durchführbar. Es wird daher befürchtet, daz die Verhüttung der Erze 
im Mralgebiet in Zukunft night mehr möglidH fein werde. 
Zu erwähnen ijft noch in diefem Zufammenhang der im Gouverne- 
ment Orenburg belegene berühmte Berg Blagodati, der hauptlächlich 
aus Magnetjtein belteht. 
Sehr bedeutend find ferner die Goldreichtüumer des mittleren Ural.
	        
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