Full text: Denkschrift der Ersten k. k. privilegirten Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft zur Erinnerung ihres fünfzigjährigen Bestandes

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führen, als auch insbesondere Oesterreichs und Ungarns Erzeugnissen den Weg zu neuen 
Absatzquellen zu bahnen, und wir sind der Ueberzeugung, dass sich die Fruchte bald zeigen 
werden, wenn wir ungestört bleiben.« 
Endlich bemerkte der Bericht: »Ziehen Sie gefälligst in Betracht, dass wir von Linz bis 
Trapezunt fahren; dass wir überall Etablissements a niegen mussten, weil wir auf vielen Plätzen 
nicht einmal Menschen antrafen und auf solche Schwierigkeiten stiessen, dass wir, wie wir es 
Ihnen offen gestehen, oft selbst zweifelten, ob wir sie überwinden würden. Sie sind nun endlich 
überwunden, auf einem Strome, der so wichtig und doch so vernachlässigt ist: unser Geschäft 
ist auf einen Grad gediehen, dass wir einer neu entstehenden Concurrenz ziemlich muthig ent 
gegengehen, sie, wo nicht ganz beseitigen, doch wenigstens unschädlich machen könnten, damit 
uns nicht im Augenblicke, wo wir uns fast am Ziele glaubten, die Früchte unserer Anstrengun 
gen durch einen Dritten entrissen werden. « 
Auf diese Gründe gestützt, forderte die Administration die Generalversammlung auf, 
ein für alle Mal zu erklären, dass in Zukunft so viele Schiffe gebaut werden sollen, als es 
das Bedürfhiss erheischen werde; und die Generalversammlung erhob diesen Antrag einstimmig 
zum Beschlüsse. 
Damit war der einzig richtige Schritt geschehen, um den Wünschen des Staates, 
wie dem Bedürfnisse des Publikums jederzeit entsprechen und zugleich denjenigen, welche die 
Unzulänglichkeit der Betriebsmittel tadelnd hervorhoben, begegnen zu können. An der Mög 
lichkeit der Beschaffung der hiezu erforderlichen Geldmittel konnte nicht gezweifelt werden; 
denn eine Gesellschaft, die im Laufe von zehn Jahren aus sich selbst heraus ihr Anlagecapital 
successive von 100.000 fl. auf 3,000.000 fl. C. M. gebracht, besass nicht allein die 
Kraft, weit höheren Anforderungen zu genügen, sondern durfte auch auf das willigste Ent 
gegenkommen des Geldmarktes zählen. Hierin die Wahl zu treffen und Plan und System in die 
Geldbeschaffung zu bringen, um auch die Gunst der Zeitverhältnisse ausnützen zu können, war 
Aufgabe der Administration, die sich derselben im Vereine mit dem von der Generalversamm 
lung eingesetzten Ausschüsse in den folgenden Jahren unterzog. 
Die Wirkung blieb auch nicht aus; es schwanden die Besorgnisse in den Kreisen der 
Actionäre, und Selbstvertrauen fasste Wurzel ; zumal wies das Jahr 1840 trotz nachtheiliger 
Zeitverhältnisse und einer schweren Beschädigung, welche der neu ausgerüstete »Seri-Pervas < 
durch Schiffbruch im Sturme erlitten, günstigere Betriebsergebnisse aus, als sie das Jahr 1830 
geliefert hatte. Auch die Coucurrenzlust erlahmte, und verfielen deren Bestrebungen einem 
baldigen Siechthume. 
Um so entschiedener konnte sich nun die Verwaltung der bereits im Zuge befindlichen 
Deform der gesellschaftlichen Statuten zuwenden, die allerdings dringend der Revision bedurften, 
da sie, noch aus der Zeit der Kindheit des Actienwesens in Oesterreich stammend und jeglicher 
Erfahrung im Betriebe der Dampfschiffahrt ermangelnd, den geänderten Zeitverhältnissen nicht 
mehr entsprachen. Wesentliche Abänderungen waren beantragt, die selbstverständlich der Geneh 
migung der Regierung bedurften 
Aber auch die Regierung hatte inzwischen Anlass gefunden, sich mit den Angelegen 
heiten der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft zu befassen. Mit dem allmäligen Hervortreten 
grosser Actieugesellschäften hatte sich in ihrem Schosse jener Umschwung der Ansichten über 
das Verbaltuiss der Privatvereine zur Staatsverwaltung vollzögen, welcher in dem auf Grund
	        
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