Contents: Der Einfluß des Deutschen Zollvereins 1834 bis 1918 auf die deutsche Eisenwirtschaft

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bis zum FJahre 1918 auf 18,9 
Millionen Tonnen gestiegen ist. 
Die Zahl der Arbeiter, die im 
Jahre 1913 im Erzbergbau, 
Hochofen-⸗, Stahl- und Walz- 
werken beschäftigt worden sind, 
betrug annähernd 2800000 Mann, 
diejenige der Eisengießereien 
rund 150 000 Mann. Bierzu 
wird man einen großen Teil 
der Belegschaft des Kohlen- 
bergbaues und der Verkehrs- 
gewerbe hinzurechnen dürfen, 
die vorzugsweise für die Eisen 
schaffende Industrie beschäftigt 
sind. Die Lage der Arbeiter 
hat sich fast ständig verbessert. 
Nach der Kruppschen Statistik 
sind die Tagesdurchschnitts- 
verdienste in den Jahren 1850 
bis 1913 von 1,265 Wark auf 
6 Mark angewachsen. Der 
Jahresverdienst hat sich in den 
Jahren 1888 bis 1913 nach der 
Statistik der Hütten- und Walz- 
werksberufsgenossenschaft im 
niederrheinisch⸗westfälischen In- 
dustriegebiet von unter 1000 
Mark auf über 1700 bis 1800 
Mark gehoben. Die Ausfuhr 
bewegte sich schließlich in Mil- 
liardenwerten. Der Eisen- 
verbrauch ist von 1834 bis 
—D—— 
auf den Kopf der Bevölkerung 
angewachsen. 
Der größte Kraftbeweis der 
Erstarkung der deutschen Eisen⸗ 
industrie wurde im Welt 
zrieg erbracht. Bei Kriegs- 
ausbruch war die Leistungs- 
fähigkeit der deutschen Eisen 
schaffenden Industrie derjenigen 
der drei westeuropäischen Feindesmächte gleich, 
nämlich Englands, Frankreichs und Belgiens. 
Wenn die deutschen Eisenkräfte zielbewußter, 
namentlich frühzeitiger und voll eingesetzt worden 
wären, dann wäre ein anderer Ausgang des 
Weltkriegs wahrscheinlich gewesen. 
Auf den Zusammenbruch folgte das 
Friedensdiktat. Der ZSollverein wurde 
zerschlagen, Luxemburg trat aus und schloß 
mit Belgien eine Zollunion. Lothringen wurde 
alsbald von Frankreich einverleibt und das 
Saargebiet bis zum FJahre 1935 dem fran— 
zösischen Zollgebiet zugeschlagen. Im Osten 
In 10008 
6500 
Deutsches Zollgebiet. 
Ein- und Ausfuhr von Eisen und Stahl 
(ausschl. Maschinen und Fahrzeugen). 
hH2 
—* 
1834 1840 1860 
* 1 4 
1860 1870 1880 1890 1900 1913 1925 1930 
verlor die Eisenindustrie den wertvollen Teil 
von Ostoberschlesien an Polen. Der Versailler 
Bertrag hat der deutschen Eisenindustrie außer⸗ 
dem acht Zehntel ihrer deutschen Erzgrundlage 
gekostet. 
So ist seit 1834 zum vierten 
Male die Schicksalsfrage für die 
deutsche Eisenindustrie auf— 
zeworfen worden. Daß infolge des 
Versailler Vertrages und der Begünstigung der 
französischen Eisenindustrie wie infolge der Er— 
starkung der belgisch-luxemburgischen Eisen— 
industrie nicht nur die deutsche, sondern auch
	        
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