Full text: Denkschrift der Ersten k. k. privilegirten Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft zur Erinnerung ihres fünfzigjährigen Bestandes

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Summen in der Höhe von 800.000 ft. für die Dauer des neuen Uebereinkommens, d. i. bis 
Ende 1872 belassen. 
Das war Alles, was in Aussicht gestellt wurde ; damit sollte die Gesellschaft ihr 
Betriebsmaterial auf einer Höhe erhalten, geeignet, allen Ansprüchen des Handels und der 
Industrie gerecht zu werden. Die Unmöglichkeit war evident. 
Nichtsdestoweniger nahm an der aussergewöhnlichen Prosperität des Jahres 1867 auch 
die Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft entsprechenden Antheil. Unter den Segnungen des dem 
Vaterlande wiedergewonnenen Friedens, dem die Verständigung der beiden Reichshälften über 
die Grundlagen des inneren staatsrechtlichen Verhältnisses zwischen den Ländern der Stefans 
krone und den übrigen Theilen der Monarchie auf dem Fusse folgte, begannen sich allenthalben 
reges geschäftliches Leben und industrielle Unternehmungslust zu entfalten und schufen so die 
wirthschaftliche Atmosphäre, in welcher auch die dem Transport gewidmeten Anstalten gedeihen 
können. Selbst die Natur schien diese Bestrebungen unterstützen und alte Wunden heilen zu 
wollen, indem sie über die von mehrjährigem Misswachs heimgesuchten Donauländer den reichsten 
Erntesegen in ungeahnter Fülle niedergehen liess, während derselbe den westlichen Ländern 
versagt blieb. Unberechenbare Ansprüche traten an alle Verkehrsinstitute heran, da, je grösser 
der Bedarf des Auslandes an Getreide war, desto grösser auch die Sorge des Inlandes um die 
eigene Verproviantirung wurde. 
Der Güterverkehr erreichte die enorme Ziffer von 23,754.633 Centnern, welche einen 
Gesammtweg von 1.521,417.161 Centnormeilen zurücklegten. Darunter waren 10,291.702 
Centner Getreide, 10,251.975 Centner Kaufmannsgüter und 3,210.956 Centner Kohlen. 
Aber auch der Personenverkehr hob sich 1867 wieder rasch, zumal die Leiden des 
Krieges bald vergessen waren, und die Krönungsfeierlichkeiten in Budapest wie die Welt 
ausstellung in Paris die Reiselust vermehrten. 
Die inzwischen erfolgte Eröffnung der Rustzuk-Varna-Bahn hatte die Dauer einer Reise 
von Wien nach Constantinonpel mit Benützung der Donauroute auf 3 % Tage abgekürzt, wodurch 
gleichzeitig die Beförderung der Briefpost auf der untersten Donau ausschliesslich den gesell 
schaftlichen Schiften zufiel. 
Das Reinerträgniss vom Jahre 1867 lieferte eine 13’83°/ 0 ige Verzinsung des Actien- 
capitals und nach Abschlag der garantirten 8°/ 0 igen Acticnrente einen Betrag von 1,337.528 ft. 
zur eventuellen Rückzahlung an den Staat. 
So glänzend dieses Ergehniss war, wurde es doch von jenem des Jahres 1868 noch über 
troffen. In Folge der gesteigerten Consumtionskraft der Donauländer erfuhr trotz der minder 
reichen Ernte der Personen- und Güterverkehr eine weitere, höchst ansehnliche Steigerung und 
brachte ein 14-17%iges Reinerträgniss, beziehungsweise eine Summe von 1,466.340 ft., zur 
Tilgung der Garantie Vorschüsse ein. Dabei wurde die vorgeschriebene Actienrücklösung in 
diesem, wie in dem vorangegangenen Jahre, wenn auch nur im restringiiten Masse des Ueber 
einkommens vom 4. Juli 1867, durchgeführt. 
In das Jahr 1868 fiel zugleich die Arrondirung des gesellschaftlichen Bergwerksbesitzes 
durch die Pachtung der Szabolcser Kohlengruben und die Erwerbung des grossen Vasaser Revieres. 
Ebenso gelangte die seit Jahren geplante Eisenbahn von Fünf kirchen nach Bares unter Bethei 
ligung der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft zur Ausführung, wodurch die Mohäcs-Fünf- 
kirchener Linie mit den grossen Schienenwegen der Monarchie in Verbindung gesetzt wurde.
	        
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