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Dr. M. J. Bonn.
zu seiner Religion bekehrt, da er sie für Geschöpfe hielt, für die die
christliche Religion nicht geeignet schien. Er hat sogar in Südafrika,
wie seinerzeit in den sklavenbesitzenden Staaten der Union, die
Tätigkeit der Mission zu erschweren gesucht. Auch wo er nicht so
weit gegangen ist, hat er doch die Eingeborenen nicht als vollwertige
Mitmenschen betrachtet, denn er war und ist davon überzeugt, daß
keine Gesetzgebung und keine Erziehung der Welt imstande sein
wird, sie in Europäer zu verwandeln. Wie hoch man immer ihr
Können und ihr Wissen steigern möge, sie können ihre Farbe nicht
ändern; der Unterschied zwischen schwarz und weiß wird bestehen
bleiben und damit jede äußere Anpassung unmöglich machen. Es
ist so ein elementarer Rassenunterschied gegeben, der im Laufe der
Zeit die ganze Erbitterung eines Klassenunterschiedes anzunehmen
beginnt.
Zu Anfang der kolonialen Entwicklung pflegt das Zusammenleben
zwischen Eingeborenen und Europäern, schon infolge des Mangels
an europäischen Frauen, verhältnismäßig eng zu sein. Nicht nur
außereheliche Vermischungen, auch eheliche Verbindungen kommen
häufig vor. Ein ganzer Stamm Südafrikas, die sogenannten Bastards,
die heute zum Teil auf deutschem Gebiete sitzen, und über einundeine-
viertel Million Mischlinge in den Vereinigten Staaten verdanken
diesen Beziehungen ihren Ursprung. Idealistische Träumer, z. B.
manche Missionare, gaben sich früher der Hoffnung hin, diese zu
nehmende Rassenvermischung werde schließlich eine nationale Ein
heit auf der Grundlage der herrschenden Rasse herbeiführen; der
Eingeborene werde durch Vermischung mit dem Weißen auf dessen
Höhe gehoben werden. Diese Hoffnung ist nicht etwa an der physi
schen Abneigung der verschiedenen Rassen gescheitert. Die hohe
Zahl der Mischlinge in der ganzen Welt beweist, daß man sich auf
diese nicht verlassen kann; sie ist durch das immer stärker werdende
Gefühl der sozialen Überlegenheit vernichtet worden, das dem
Weißen eben seine Herrschaft über den Eingeborenen gibt. Das
Gefühl wird um so stärker, je mehr das Gesetz die Gleichheit beider
Rassen anstrebt. Die Entwicklung des Südens der Vereinigten
Staaten seit Aufhebung der Sklaverei mag zum Beweis dienen. —
Der Europäer fühlt sich als Herr, einerlei, wie niedrig sein Ursprung
in der Heimat gewesen ist, der kraft seiner Hautfarbe und dank der
durch sie verbürgten Eigenschaften herrschen muß; ihm gegenüber