fullscreen: Der Antwerpener Hafen und die Pariser Wirtschaftskonferenz

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b) Die indépendance Belge 11 schreibt; „Wir kritisieren 
den ,,L. R, B,“, dessen Gründung der Schiffahrts- und der 
Finanzminister als ein géniales Unternehmen von groBer Not- 
wendigkeit betrachten, weil wir ihn als eine Bürde für unsere 
ôffentlichen Finanzen ansehen, deren Nôtwendigkeit oder 
Rechtfertigung wir nicht anerkennen kônnen," 
Sie sagt weiter: 
„Warum setzt die Regierung einen Zinssatz von 4% an, 
wo sie selbst doch 5—5% % zahlen muB?“ — „Werden normale 
Tarife (nach dem Kriege) imstande sein, das Kapitai gewinn- 
bringend zu machen, wo die Reederei ihr Schiffsmaterial zu so 
auBerordentlich hohen Preisen erwerben muBte?" 
c) Die Antwort der Minister enthâlt diesen bemerkens- 
werten Satz; „Die besclilagnahmten belgischen Schiffe haben 
eine Entschâdigung erhalten, die 3% mal hôher ist, als der in 
Engîand gezahlte Frachtsatz, 11 
Wie kann die Regierung eine solche Haltung, die auf die 
Bevorzugung einiger Günstlinge abzielt, rechtfertigen? 
d) Die Times vom 12, Oktober 1916 schreiben: „Da dem 
Unternehmen eine ansehnliche Regierungszulage als Stütze 
dient, darf man sich der Hoffnung hingeben, daB es zur Ver- 
wirklichung seiner Plane imstande sein wird.“ Ist es nicht 
bezeichnend, daB selbst die Englânder, als „business-men“ 
Vorbilder der Welt und Fachleute ersten Ranges in Schiffahrts- 
sachen, sich nur bédîngungsweise und mit Zurückhaltung über 
die Lebensîâhigkeit des Unternehmens auBern? „LaBt die 
Reederei aus privater Initiative durch den Handelsgeist sich 
entwickeln, ohne Aufruf an den Patriotismus und ohne Regie- 
rungszulagen 11 , lasen wir in „Le Neptune 11 vom April 1910; es 
kann keineswegs schaden, hier daran zu erinnern, 
e) Die Flotte des „L, R, B, 11 besteht zur Zeit nur aus 
39 Schiffen mit einem Gesamtgehaît von 124 900 Bruttotonnen 2S ), 
so daB ein DurchschnittsmaB von etwa 3200 t auf jedes einzelne 
Schiff entfâllt, Sie sind demnach vor allem für die Tramp- 
schiffahrt geeignet — 26 von den 39 Schiffen gehôrten der 
Reederei Brys & Gylsen von Antwerpen, die übrigen fahren 
noch unter englischer Flagge. Unwillkürlich stellt man sich 
dabei die einigermaBen bange Frage, woher die Reederei das 23 
23 ) Lloyd's List, 25, September 1916.
	        
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