Full text: Mittheilungen aus der Geschäfts- und Sterblichkeits-Statistik der Lebensversicherungsbank für Deutschland zu Gotha für die fünfzig Jahre von 1829 - 1878

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I. Theil. Statistik der Anträge, Ablehnungen, Aufnahmen und Abgänge. 
Nach Ausweis der Tabelle Vil a u. b befanden sich unter 
den 85 321 Personen, welche in dem ganzen fünfzigjährigen 
Zeiträume bei der Lebensversicherungsbank f. D. Versicherung 
nahmen, 4953 weibliche Personen. Die wohl bemerkbare 
Zunahme der Frauenversicherungen hält keineswegs gleichen 
Schritt mit der Zunahme der Männerversicherungen; im Ganzen 
ist, wie schon an anderer Stelle betont wurde, die Frauen 
betheiligung recht gering. 
Nur in neun von den fünfzehn hingesehen auf den Beruf 
der Beitretenden gebildeten Klassen sind weibliche Personen 
vertreten, acht Klassen weisen nur ganz unbedeutende, die 
Klasse der Berufslosen allein weiset eine namhafte Ziffer auf. 
Die absteigende Scala der Betheiligung von Frauen der ver 
schiedenen Klassen ist folgende : 
Versicherte weiblichen Geschlechts 
traten bei in den Jahren 1829 — 78 
Kl 
I. (Berufslose) 
» II. (Beamte, Lehrer etc.) 
» V. (Künstler) ..... 
» III. (Aerztl. Personal) 
» XIII. (Gewerktreibende) 
» VI. (Persönl. Dienstleist.) 
» X. (Handeltreibende) 
» VII. (Landwirthe) . . . 
» XI. (Transportbetrieb) 
47/6 
49 
41 
37 
23 
12 
8 
6 
i 
4953- 
Die Vergleichung der fünf Jahrzehnte hinsichtlich des 
Eintrittes von Frauen der. verschiedenen Berufsklassen giebt zu 
besonderen Bemerkungen keinen Anlass. Der Umstand, dass 
in neuerer Zeit den Frauen ganz neue Berufsgebiete erschlossen 
worden sind, kommt hier nicht zum Ausdruck; möglich, dass 
die weiblichen Angehörigen solcher Berufszweige sich unter 
den allerdings in den letzten fünfzehn Jahren erheblich wach 
senden Ziffern der angeblich berufslosen Beitretenden verbergen. 
Einiges Interesse gewährt auch die Frage, in welchen 
Lebensjahren die Angehörigen der verschiedenen Berufs 
klassen der Lebensversicherungsbank beigetreten sind. Die 
Antwort ist in der Tabelle VII b enthalten. Man hat hier die 
während des ganzen fünfzigjährigen Zeitraumes Beigetretenen 
zusammengefasst ; es wären sonst fünfzehn grosse Tabellen 
entstanden, deren Detail von Verhältnissenäsig nur sehr geringem 
Werthe gewesen wäre. Der theoretische Werth der Tabelle 
VII b liegt darin, dass sie einen Beitrag liefert zur Vergleichung 
der verschiedenen Berufsstände hinsichtlich des Eintrittes der 
wirthschaftlichen Reife zur Versicherungsnahme. Praktische 
Bedeutung gewinnt sie für diejenigen Organe der Verwaltung, 
welche den Beruf der Anregung zur Versicherungsnahme, den 
Beruf des Angebotes und der Vermittelung haben. 
Die drei stärkst besetzten Eintrittsjahre sind nach Tabelle 
VII b bei den Angehörigen der fünfzehn hingesehen auf den 
Beruf gebildeten Klassen die folgenden 
I. 2. 3. 
Eintr.-Alter. Eintr.-Alter. Eintr.-Alter. 
41 50 45 
(172) (166) (164) 
35 33 30 
(1476) (1459) (1456) 
34 30 33 
(213) (209) (199)0 
34 29 32 
(il) (10) (7)0 
30 33 29 
(104) (103) (100) 
Bei Klasse 
I. (Ohne Beruf) 
II. (Beamte etc.) 
III. (Aerztl. Pers.) 
IV. (Priv.-Gelehrte) 
V. (Künstler) 
0 199 kommt auch bei dem Eintrittsalter 35 vor. 
2 ) 7 kommt auch bei den Eintrittsaltern 36, 37 u. 38 vor. 
I. 2. 3. 
Bei Klasse Eintr.-Alter. Eintr.-Alter. Eintr.-Alter. 
VI. (Pers. Dienstleist.) 35 37 30 
(48) (47) (45) 3 ) 
VII. (Landwirthe) 37 39 34 
TT . , x 035) (134) (123) 
VIII. (Forstwirthe etc.) 38 37 33 
(117) Ou) (109)*) 
IX. (Bergleute etc.) 32 34 33 
^ ,TT (42) (39) (38)') 
X. (Handeltreib.) 31 33 30 
(814) (787) (776) 
XL (Transport betr.) 34 33 36 
. (328) (311) (310) 
XII. (Ingenieure) 29 31 32 
(7:) (65) (57)«) 
XIII. (Gewerktreib.) 35 32 33 
(706) (681) (617) 
XIV. (Militärpers.) 34 35 32 
.... .... „ , . , ("") (96) («o 
XV. (Div. Berufszweige) 32 30 36 
(6) 14) (3) 0 
In der Mehrzahl dieser Klassen werden die (in Klammern 
eingeschlossenen) die Meistbesetzung anzeigenden Ziffern so 
klein, dass auch die Nebeneinanderstellung der drei meist- 
benutzten Eintrittsjahre das gewichtige Sichgeltendmachen von 
Zufälligkeiten nicht ausschliesst. Betrachten wir einmal nur 
diejenigen Klassen, bei denen das meistbenutzte Eintrittsjahr 
wenigstens 100 Beigetretene aufweiset, so ist zuvörderst daran 
zu erinnern, dass bei Kl. I die verhältnissmäsig hohen meist- 
benutzten Eintrittsjahre sich aus dem in dieser Klasse be 
obachteten Uebergewicht der Frauen-Versicherungen erklären. 
In den Klassen II, 111, V, VII, VIII, X, XI, XIII und XIV 
schwanken die meistbenutzten Beitrittsjahre nur zwischen 30 
und 38, die zweitmeistbenutzten nur zwischen 30 und 39. die 
drittmeistbenutzten nur zwischen 29 und 36. Wie schon im 
vorhergehenden Abschnitt gezeigt, liegen die meistbenutzten 
Beitrittsjahre nahe bei einander. Zieht man den Durchschnitt 
der drei meistbenutzten Beitrittsjahre, so ergiebt sich, hingesehen 
auf die Benutzung der betreffenden Durchschnitts-Beitrittsalter 
folgende absteigende Scala: 
Durchschnitt der 3 meistbenutzten 
Beitrittsalter bei Klasse 
3Ö 2/ 3 VII. (Landwirthe) 
36 VIII. (Forstwirthe etc.) 
34 1 /3 XL (Transportbetriebspersonal) 
33 2 3 XIV. (Militärpersonen) 
33 'O XIII. (Gewerktreibende) 
II. (Staats-, Kirchen-, Schul- und 
Gemeinde-Beamte) 
III. (Aerztl. Personal) 
31 1 /3 X. (Handeltreibende) 
30-/3 V. (Künstler). 
Da indessen die Zusammenfassung der drei meistbenutzten 
Beitrittsjahre auch bei diesen Berufsklassen zum Theil noch zu 
kleine Zahlen ergiebt, wird es zweckmäsig sein, zu prüfen, 
wie sich bei den überhaupt wesentlich in Betracht kommenden 
Berufsklassen die Benutzung fünfjähriger Beitrittsjahr- 
Gruppen gestaltet. Hierüber giebt die nachfolgende, der 
Tab. VII b entnommene Darstellung Aufschluss : 
322/3 
3 2 Va 
3 ) 45 kommt auch bei den Eintrittsaltern 36 u. <39 vor. 
0 109 kommt auch bei dem Eintrittsalter 40 vor. 
42 kommt auch bei dem Eintrittsalter 39 vor. 
39 kommt auch bei dem Eintrittsalter 35 vor. 
71 kommt auch bei den Eintrittsaltern 30 u. 33 vor. 
4 kommt auch bei dem Eintrittsalter 40 vor. 
3 kommt auch bei dem Eintrittsalter 51 vor.
	        
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