II. Theil. Statistik der Sterbeialle.
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Die Vertheil un g der Sterbefälle auf die einzelnen Monate ist in den fünf Jahrzehnten nicht durchweg und nicht
consequent dieselbe, wie in dem ganzen fünfzigjährigen Zeitraum. Es rangiren die Monate hinsichtlich der Sterblichkeit
folgendermaasen :
im I. Jahrzehnt.
Monate mit % aller Fälle.
Mai mit 10,70 °/o.
März »
Octbr. »
Novbr. »
F ehr. »
Juni »
Septbr. »
Juli »
Januar »
April »
Aug. »
Decbr. »
10,10 »
8,Q2»
8,77»
8,62 »
8,62 »
8,32»
7,88»
7,13»
6,98 »
6,98»
6,98»
im 2. Jahrzehnt.
Monate mit °/ 0 aller Fälle.
März mit 10,40%.
im 3. Jahrzehnt. im 4. Jahrzehnt. im 5. Jahrzehnt.
Monate mit % aller Fälle. Monate mit % aller Fälle. Monate mit % aller Fälle.
Novbr.
Decbr. »
April »
Mai »
F ebr. »
Septbr. »
Januar »
Octbr. »
Juli »
Juni »
Aug. »
9,74»
9,56»
8,81 »
8,57»
8,15»
8,15»
7,87»
7,68»
7,49»
6,89 »
6,65 »
Mai
April
März
Septbr.
Decbr.
Januar
Juli
Juni
Aug.
Febr.
Octbr.
Novbr.
mit 9,69 %.
» 9,16 »
8,83»
8,53»
8,33»
8,23»
8,21»
8,16 »
8,08»
8,05 »
7,58»
7,12»
Mai
März
Januar
Decbr.
April
Febr.
Septbr.
Novbr.
Juli
Octbr.
'Aug.
Juni
mit 9,47 %.
» 9,39»
» 8,94 »
» 8,92»
» 8,59 »
» 8,40 »
» 8,19 »
» 8,12»
7,85»
7,64»
7,47»
7,02»
April
März
Januar
Mai
Decbr.
Juni
Novbr.
Febr.
Juli
Octbr.
Aug.
Septbr.
mit 9,63
» 9,43
» 9,01
8,91»
8,45»
8,38»
8,32»
8,26 »
7,68»
7,59»
7,16»
7,16»
Vergleichen wir die Mortalität nach Jahreszeiten im ganzen fünfzigjährigen Zeiträume mit derjenigen der einzelnen fünf
Jahrzehnte, so ergiebt sich Folgendes:
Es kamen
im ganzen fünfzig- im 1. Jahrzehnt im II. Jahrzehnt im III. Jahrzehnt im IV. Jahrzehnt im V. Jahrzehnt
jährigen Zeitraum.
0 0 aller Sterbefälle des betreffenden Zeitraums
auf den
Winter
Frühling
Sommer
Herbst
überhaupt pr. Woche überhaupt pr. Woche überhaupt pr. Woche überhaupt pr. Woche überhaupt pr. Woche überhaupt pr. Woche
29,66
27,76
23,00
19,57
1,98
2,14
077
1,78
27,12
27,78
23,48
21,62
I,8l
2,14
I,8l
D97
30,45
27,78
21,03
20,70
2,03
2,14
1,62
1,88
28,17
27,68
24,45
19,67
1,88
2,13
1,88
079
30,32
27,45
22,34
19,89
2,02
2,11
1,72
1,81
29,88
27,97
23,22
18,91
099
2,15
i,79
1,72
Uebereinstimmung herrscht hier nur insofern, als die
Wochensterblichkeit im Ganzen wie in den einzelnen Jahrzehnten
stets im Frühling die stärkste war. Den nächsten Rang
nehmen wenigstens im Ganzen und in drei Jahrzehnten die
Winterwochen ein. Den dritten Rang haben im Ganzen und
in drei Jahrzehnten die Herbstwochen ; den vierten im Ganzen
und in zwei Jahrzehnten die Sommerwochen.
Man wird mit einiger Sicherheit annehmen können, dass
in grösseren Zeiträumen auch künftig der Frühling — nach
der hier unterstellten Annahme also die Zeit von Anfang März
bis Ende Mai — die stärkste, der Winter — Mitte November
bis Ende Februar — die nächststärkste Wochensterblichkeit
aufzuweisen haben werde. Auf den Sterblichkeitsrang der beiden
anderen Jahreszeiten wird immer der Umstand von Einfluss
sein, ob die besonders verheerenden Sommer-Epidemien —
Cholera, Ruhr u. s. w. — wohl in ursächlichem Zusammen
hänge mit der herrschenden Witterung, insbesondere Tempe
ratur, früher oder später im Jahre auftreten.
Unsere Tabelle zeigt, waagerecht gelesen, wie sich die
sämmtlichen je durch eine Todesursache hervorgerufenen Sterbe
fälle über die verschiedenen Jahreszeiten vertheilen, senkrecht
gelesen, wie sich die sämmtlichen Sterbefälle je einer Jahres
zeit nach den verschiedenen Todesursachen rubriciren.
Die Gruppen 1 — 3 (Typhus, asiat. Cholera, andere
Infectionskrankheiten) treten am verheerendsten im Herbst, am
wenigsten verheerend im Frühjahr auf. Von allen Sterbefällen
dieser Gesammtklasse kommen in dem fünfzigjährigen Zeit
räume von 1829—1878 je auf
eine Herbstwoche 2,32 %•
» Winterwoche 1,95 »
» Sommerwoche 1,76 »
» Frühlingswoche 1,71 »
Gerade umgekehrt ist das Verhältniss bei den chronischen und
acuten Lungenkrankheiten (Klasse 4, 11 u. 12). Von den
sämmtlichen Sterbefällen dieser Klassen kommen auf
eine Frühlingswoche 2,48 %.
» Winterwoche 2,09 »
» Sommerwoche 1,54 »
» Herbstwoche 1,48 »
Auch Gehirn-Entzündungen sind im Frühling am meisten,
im Herbst am wenigsten verheerend; ebenso chron. Gehirn-
und Rückenmarkskrankheiten; bei chron. Herzkrankheiten tritt
der Winter an die Stelle des Herbstes. Unterleibsentzündungen
ergeben im Sommer die grösste, im Herbst die kleinste Zahl
von Sterbefällen; Gehirnschlagfluss im Frühling die grösste, im
Sommer die kleinste; Selbstentleibung im Frühling die grösste,
im Herbst die kleinste u. s. w. Die nachstehende kleine Ta
belle enthält derartige Nachweise für alle Klassen von Todes
ursachen.
(Die betreffende Tabelle siehe Seite 26.)
Auf die Frage dagegen, welchen Rang untereinander in
jeder der vier Jahreszeiten, hingesehen auf die Zahl der Sterbe
fälle, die verschiedenen Todesursachen einnehmen, giebt die nach
stehende, ebenfalls auf der Basis der Tab. XIV bearbeitete Ueber-
sichtstabelle Auskunft. Hieraus ersieht man beispielsweise, dass
unter sämmtlichen Sterbefällen des Winters diejenigen, welche
von entzündlichen Krankheiten der Organe der Brusthöhle her
rühren, den zweiten Rang einnehmen, dass dieselben im Früh
ling zum ersten Rang heraufrücken, im Sommer zum viertel)
und im Herbst zum fünften Rang herabsinken. Altersschwäche
finden wir im Winter und Herbst auf dem sechsten, im Früh
ling und Sommer auf dem fünften Rang; Lungenschwindsucht
im Winter auf dem vierten, in den anderen Jahreszeiten immer
auf dem dritten Range u. s. w.
(Die betreffende Tabelle siehe Seite 27.)