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Y. Tlieil. Statistik der Sterblichkeitsverhältnisse.
73
Tabelle 2.
Sterblichkeit nach der Versicherungssumme unter Ausschluss der Beobachtung
der ersten 10 Versicherungsjahre.
Alters
klasse
Sterblichskeitsprocentsätze für
Männer (Gotha)
:3
Sterblich-
keits-
procentsätze
nach Behm
(Eisenbahn
beamte)
Sterblich
keits
procentsätze
nach Heym
(Sachsen)
Anzahl der Sterbe fälle,
nach welchen die nebenstehenden Procentsätze für Gotha berechnet sind,
und Durchschnittsalter der Lebenden unter Kisico
Unter 3000
Durchseh.-
Alter
Sterbofälle
3000—6000
Durchseh.-
Alter
Sterbefälle
Ueber 6000
DU After h Sterbefälle
Männer überhaupt
Durchsch.-
Alter
Sterbefälle
36—40
41—45
46—50
SI-55
56—60
61—65
66—70
71-75
76—80
81—85
86—90
Lu
1,21
1,64
2.07
3, »»
4.37
6.38
9,2«
13,25
17,66
37,2»
0.98
1.27
1,52
1,90
2,72
4,13
6.27
8,83
13,32
I9.68
26,54
1,45
1,06
1,33
1,92
2,86
4,2»
6.99
IO.io
13,00
21,73
22.08
1,09
1,15
1,49
1.95
2,84
4.22
6,45
9.22
13,32
19,60
29,13
1.06
1,31
1,62
2,21
3,03
4.52
5,85
7.52
12,56
l6,37
28,96
1,12
1,34
1,65
2,25
3,22
4,80
7-32
I 1,24
15,83
21,26
3 U»!
38,5
43,2
48,1
53.0
57.9
62.9
67.8
72.7
77.8
82,4
87.0
63
161
327
459
625
710
736
595
344
133
44
43.3
48.1
53.1
57-9
62,9
67.8
72,7
77,6
82.4
87.1
65
251
473
689
896
1100
1162
881
539
219
43
38.7
43,3
48,1
53.0
58.0
62.9
67.8
72.7
77.8
82,*
87,5
31
75
164
293
419
515
581
452
221
107
17
38.6
43.3
48.1
53.1
57.9
62.9
67,8
72.7
77.8
82.4
87.1
181
517
1026
1519
2015
2386
2503
1929
1104
459
104
Vergleichsverfahren an, so wird man finden, dass die Diffe
renzen zwischen den Summenklassen 1 und II nach beiden
Tabellen fast die nämlichen sind, dass dagegen diejenigen
zwischen II und III nach dem Ausschluss der 10 ersten Ver
sichern 11 gsjahre sich ein wenig und zwar zu Ungunsten der
höchsten Summenklasse vergrössert haben. Im Ganzen ge
nommen kann der Einfluss der Summenübergänge und der
etwaigen Verschiedenheiten in der ärztlichen Auswahl also
kein grosser gewesen sein ; nur in der höchsten Klasse hat er
die Resultate ein wenig günstiger gestaltet, als sie unter sonst
gleichen Umständen gewesen wären. — Besonderes Interesse
dürfte der Vergleich der niedrigsten Summenklasse mit den
Tafeln von Heym und Behm bieten, da sich annehmen lässt,
dass die allgemeine Bevölkerung ebenso wie das Eisenbahn
personal sich im Durchschnitt in ähnlicher wirtschaftlicher
Lage befinden werden, als die bezüglichen Versicherten der
Gothaer Bank. Gegenüber Heym erscheinen nun die Zahlen
der niedrigsten Summenklasse durchaus günstig, eine Mehr
sterblichkeit besteht für Gotha hier nur in der Altersklasse 86
bis 90 ; dagegen ist das Verhältnis derselben zu den Behm’-
schen Zahlen ein weniger befriedigendes, indem die erstercn
in den jüngeren und mittleren Jahren bald über, bald unter
den Behm’schen Zahlen liegen, dagegen vom 60. Lebensjahre
ab durchgängig die höheren sind. Im Allgemeinen kann man
also annehmen, dass die Sterblichkeit derjenigen Klassen, aus
welchen die mit unter 3000 Mark Versiehe: ten der Gothaer
Bank hervorgehen — nicht die durchschnittliche Sterblichkeit
der Versicherten selbst, denn diese wird eben durch die ärzt
liche Auswahl in den 10 ersten Versicherungsjahren nicht
unwesentlich reducirt — eine günstigere ist, als die der all
gemeinen Bevölkerung, dagegen eine ungünstigere, als die der
Eisenbahnbeamten. Zur richtigeren Würdigung des letzteren
Ergebnisses muss indessen daran erinnert werden, dass die
Anstellung der Eisenbahnbeamten in der Regel erst nach Bei
bringung eines genügenden Gesundheitsattestes erfolgt, dass
eine ganze Reihe von Eisenbahnen erst jüngeren Datums
sind und dass bei den älteren eine fortwährende Vermehrung
des Personals stattgefunden hat, so dass die bisherigen ein
schlägigen Beobachtungen sich hauptsächlich auf solche Per
sonen erstrecken, welche hingesehen auf ihre Gesundheitsver
hältnisse ungefähr Versicherten der ersten 10 oder 15 Ver
sicherungsjahre gleich zu achten sind. Spätere ähnliche Beobach
tungen werden, vorausgesetzt, dass eine annähernde Stabilität
des Personals nicht durch Ursachen irgend welcher Art ver
hindert wird, deshalb aller Wahrscheinlichkeit nach auch etwas
andere und höhere Zahlen ergeben, als die hier aufgeführten.
Die eigentümlichen Aenderungen ferner, welche in dem zwischen
der Sterblichkeit der Eisenbahnbeamten und der Sterblichkeit
der niedrigsten Summenklasse bestehenden Verhältnis mit dem
fortschreitenden Alter eintreten — dieselben haben eine gewisse
Aehnlichkeit mit denjenigen, welche nach Kapitel II bis IV
mit dem fortschreitenden Alter in dem Verhältnisse der deut
schen Sterblichkeit zur englischen und hannoverischen eintreten
— werden sich einesteils dadurch erklären lassen, dass die
Versicherten der Gothaer Bank sich in anderer Weise über
die verschiedenen Theile von Deutschland vertheilen, als das
Personal der betreffenden Eisenbahnvei waltungen, anderenteils
aber auf die Rückwirkung zurückzuführen sein, welche unter
gut ausgewählten Leben eine anfänglich starke Sterblichkeit
ausüben muss. Obschon nämlich die Sterblichkeit der Eisen
bahnbeamten bis zum 60. Lebensjahre kaum grösser ist, als
die der niedrigsten Summenklasse der Gothaer Bank, und für
alle Alter niedriger, als die der allgemeinen Bevölkerung, so
muss dieselbe mit Rücksicht darauf, dass die beobachteten
Personen im Durchschnitt vor nicht langer Zeit in den Dienst
getreten sind, für die jüngeren und mittleren Lebensjahre,
doch als eine hohe bezeichnet werden und darf man wohl
annehmen, dass der anstrengende und jedenfalls aufreibende
Dienst der Eisenbahn beamten die Sterblichkeit in den jüngeren
und mittleren Jahren über das Maas hinaus erhöht hat, welches
unter gleichen Umständen in anderen Berufsarten eingetreten
wäre. Von dieser durch eine ganze Reihe von Altersklassen
andauernden höheren Sterblichkeit werden aber hauptsächlich
diejenigen betroffen werden, welche eine weniger kräftige Con
stitution hatten, oder welche Krankheitsanlagen besassen, die
unter gewöhnlichen Verhältnissen entweder gar nicht, oder
erst in späteren Lebensaltern, sich geltend machen würden,
so dass die in die höheren Alter Ein tretenden in gewissem
Sinne als eine bezüglich der Gesundheitsverhältnisse ausgewählte
Gesellschaft angesehen werden kann, deren Sterblichkeit natur-
gemäs eine geringere ist. Aehnliche Rückwirkungen (spätere
Mehr- oder Mindersterblichkeit) werden sich überhaupt auf