18 Dogma des Fortschrittsglaubens
der Frances Milton Trollope und Basil Hall’s an, dessen
Reisebuch „eine Art moralischen Erdbebens hervorrief“ 20,
bis auf die Gegenwart kamen doch schließlich alle kultivierten
Europäer, die die Vereinigten Staaten kennengelernt hatten,
bei voller Anerkennung der großen Leistungen zu dem Ergeb-
nis, daß es der letzte ihrer Wünsche sei, in Amerika zu leben.
Und was sie dort vermißten, hat wohl Matthew Arnold auf die
kürzeste Formel gebracht: es ist „the interesting, interesting
are distinction and beauty“ 21.
Alles ist nach der Überzeugung des Amerikaners in seinem
Lande vortrefflich und aufs beste geordnet, und namentlich
gibt es für ihn kein Wirtschaftssystem, das dem seinen über-
legen wäre, Der Kapitalismus schafft das größtmögliche Glück
für die dem jeweiligen Stande der Technik entsprechende
größtmögliche Zahl und garantiert durch den freien Wett-
bewerb, daß jeder die seinen Fähigkeiten entsprechende Stelle
erhält. „Wenn Christus zum Präsidenten und die zwölf Apostel
zu Vorstandsmitgliedern einer unserer großen Eisenbahngesell-
schaften gewählt würden, so wären sehr viele überrascht zu
sehen, wie geringe Veränderungen in dem Betriebe einträten.‘“ 2?
Aber es gibt nichts, was nicht auch noch der Verbesserung
fähig wäre und jeder hat Gelegenheit, sich hier zu betätigen.
Alles trägt den Stempel des Provisorischen, und das gestern
gewesene hat sogleich dem heutigen zu weichen, denn das
heutige ist ihm überlegen, ist besser. Alles hat dem Fortschritt
Platz zu machen, jedermann sich in seinen Dienst zu stellen.
Bei keinem Volk der Welt hat der Glaube an den Fort-