Full text: Das Finanzsystem des deutschen Reiches in politischer und wirtschaftlicher Beziehung

Ginleitung. 
Die midjtigften gunbamente eines jeben, aber befonbers eines 
mobernen Staatsmefens finb feine ginangen. 
3n früheren 3eiten, als bie ©elbmirtf<haft nicht bie aus s 
fdjliejjtidje 9îoIle fpielte, bie fie trente einnimmt, als oielmeljr nodj 
bie alte Staturalroirtfdjaft übermog, lag and) bas Sdjmergemidjt 
ber Staatsoermaltung mehr auf einem anberen ©ebiet. 
Die allgemeinen ftulturfortffritte, nicht gum menigften aber 
bie (Einführung ber geuermaffen, roeldje bie allmähliche Sßerbrän* 
gung ber mittelalterlichen SRitterljeere burdj Sölbnertruppen im 
(Befolge hatte, brachten oöllige ümmälgungen auf bem ©ebiet bes 
ftaatlicben ginangmefens mit fidf). Das £>eeresmefen, früher ge* 
ftütjt auf Safallenbienft unb Äaturalleiftungen unb Äaturalliefe* 
rungen, begann in roachfenbem Mafje 5luftoenbungen baren ©elbes 
gu forbern, roeldje burdj bie alten Domanial* unb anbere berar* 
tige ©inïünfte nid)t mehr gebedt roerben tonnten. Überall be* 
gegnen mir baljer gegen 9lusgang bes Mittelalters einer lebhaften 
©ntmidlung ber bis bahin nur fcljr primitio gemefenen Steuer* 
mirtfdjaft, roeldje namentlich in ben Stabten oerhältnismäjjig früh 
fid) noch heute üblichen gormen näherte. 
Mährenb nun in ©nglanb unb grantreich btefe ©ntmidlung 
parallel lief gu einer ©rftartung ber ßentralregierungsgemalt, mar 
fie in Deutfdjlanb 23egleiterfd)einung, ja fogar teilmeife HrfacE)e 
bes Verfalls ber Raifermadjt unb ber Stärtung territorialer 
gürftenfelbftänbigteit. 
(Brotetoolb, ginanjfoftem. 
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