Object: Rationelle Betriebsführung im Malerhandwerk

zu diesem Zweck bereit gehaltene Flasche (mit eingeschliffenen Glas- 
stopfen) ab, gibt wieder frischen Äther zu und wiederholt den ganzen 
Vorgang einige Male, Beim letztenmal bringt man nach dem Ab- 
gießen die noch ätherfeuchte Farbe etwa unter Benutzung eines Glas- 
stäbchens auf. ein Stückchen sauberes Filtrierpapier und streicht sie 
darauf etwas aus. In wenigen Minuten wird nun der Rest des Äthers 
verdunstet sein und die kleine Farbenprobe ist trocken und ölfrei, 
also zur Untersuchung geeignet, Auch hier möchte ich nochmals an 
die beim Arbeiten mit leichtflüchtigen und feuergefährlichen Flüssig- 
keiten zu beachtenden Vorsichtsmaßregeln erinnern: Jede offene 
Flamme entfernen, alle mit Äther, Alkohol, Benzin usw. gefüllten 
Flaschen stets gut verschlossen halten und an einem sicheren Orte 
aufbewahren, 
Die in der vorstehenden Zusammenstellung erläuterten chemi- 
schen Reaktionen zur einfachen Beurteilung von Farben sind keines- 
wegs neu, Im Gegenteil werden diese Methoden vielen Malern durch 
den Unterricht an Gewerbe- und Fachschulen usw, bereits bekannt 
sein, Die Besprechung dieser Untersuchungsmethoden sollte in der 
Hauptsache Malermeister und besonders auch die Leiter der Ein- 
kaufsgenossenschaften usw. dazu anregen, sich diese einfachen che- 
mischen Reaktionen wieder in Erinnerung zu bringen und tatsächlich 
zunutze zu machen. Freilich konnte auch nur ein kleiner Teil der 
last unzähligen im Handel befindlichen Farben besprochen werden, 
aber schließlich sollte doch auch der Maler für seine Ölfarbanstriche 
im ganzen mit etwa 25 bis 30 Farben auskommen können, die ihm 
durch geschickte Mischung die Herstellung jedes gewünschten Farb- 
tones ermöglichen. Jedenfalls ist es noch ein weites Arbeitsgebiet, 
auch dem Malermeister, der ja Täuschungen hinsichtlich der Quali- 
tät seiner Rohmaterialien mehr ausgesetzt ist. als jeder andere Hand- 
werker, mehr und mehr die selbständige, auf wissenschalftlicher 
Grundlage beruhende Prüfung seiner Farben zu ermöglichen und die 
zum Teil für ihn noch sehr dürftigen Methoden in einfacher Weise 
weiter auszubauen, In diesem Sinne können auch die heutigen Aus- 
führungen nur als ein Anfang betrachtet werden. Noch viel schwie- 
riger ist die so wichtige Prüfung der Öle und Firnisse, aber auch auf 
diesem Gebiet lassen sich einfache Mittel und Wege finden, um für 
die Praxis brauchbare Erfolge zu erzielen. Es würde jedoch zu weit 
führen, an dieser Stelle noch näher darauf einzugehen. Besonders 
kann jedoch diese immerhin recht schwierige Arbeit durch Meinungs- 
austausch, Anfragen und Anregungen aus der Praxis heraus gefördert 
werden, wie ja überhaupt eine wissenschaftliche Tätigkeit für das 
Handwerk nur in engster Zusammenarbeit mit der Praxis, vor allem 
also mit dem Handwerksmeister selbst, erfolgreich sein kann. 
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