Full text : Das Finanzsystem des deutschen Reiches in politischer und wirtschaftlicher Beziehung

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S.  275,  oeröffentlichten  SeichsStempelgefehcs),  fotoie  bie  Seftimmung  §  2  bes  ©efeps,
belreffcnb  Serwenbung  non  Slehrertrögen  ber  Seichseinnahmen  unb  Überweifungs=Steuern
  3ur  Schulbentilgung,  oom  28.  Siöq  1903  (Seichsgefepl.  S.  109  werben  aufgehoben.

§2.
Strtüel  70  ber  ScrfaSfung  erhält  folgenbe  ftaffung:
SIrtifel  70.
„3ur  Seftreitung  aller  gemeinschaftlichen  orbcntlidjen  Ausgaben  bienen  gunö#
bie  aus  ben  jölien  unb  gemeinsamen  Steuern,  aus  bem  ©ifenbahm,  unb  Ielegraphenwefen,
  forme  aus  ben  übrigen  Serwaliungs3weigen  fliejfenben  gemeinschaftlichen
(Einnahmen,  ^Soweit  bie  Ausgaben  burd)  biefe  (Einnahmen  ni<i)t  gebe#  werben,  finb
fie,  folange  bie  erforberlidfjen  Sedungsmittel  nicht  auf  anbere  SBeife,  insbefonbere  burd)
(Einführung  weiterer  Seichsfteuern  befd^afft  werben,  burd)  Seiträge  ber  einzelnen  Sunbes=Staaten
  nach  Slafigabe  ihrer  Seoölferung  aufjubringen,  welche  in  $öhe  bes  bubgetmäfjigen
Betrages  burdh  ben  Seichstan3ler  ausgeschrieben  werben,  3nfoweit  biefe  Seträge  in  ben
Überweisungen  ferne  Dedung  finben,  finb  fie  ben  Sunbesftaaten  am  ßahresfchlu^  in  bem
Stafje  3u  erstatten,  als  bie  übrigen  orbentlichen  (Einnahmen  bes  Seichs  beffen  Sebarf
übersteigen.
(Etwaige  Überfchüffe  aus  ben  $  erfahren  bienen,  infoweit  burd)  bas  ©efe#  über
ben  Seichsl;ausi)altsetat  nicht  ein  anberes  bestimmt  wirb,  ;ur  Dedung  gemeinschaftlicher
auprorbentlidher  Ausgaben".
§3.
Ser  bubgetmöfeige  Setrag  ber  oon  ben  Sunbesftaaten  aufgubringenben  9Jîatritu=Iarbeiträge
  foil  in  ber  Segel  ben  Setrag  ber  oon  ihnen  in  ben  fünf  Sorfahren  burd)=Schnittlid;
  empfangenen  Überweisungen  nicht  überfteigen.
§4.
Siefes  ©efe^  tritt  mit  bem  1.  2lpril  1904  in  Kraft.
Urtunblid)  ufw.
©egeben  ufw.
Segrünbung.
A.  3m  allgemeinen.
I.  Das  Sebürfnis  einer  anberweiten  Orbnung  ber  Seichsfinangen  h»l  1*4  Schon
feit  langer  3eit  fühlbar  gemacht,  unb  an  wiebcrholten  Ser{ud;en,  2Banbel  ;u  Schaffen,
I;at  es  nicht  gefehlt.  (Es  fei  hiec  3unädhft  erinnert  an  bie  betreffenben  beiben  ©efehesoorlagen,
  mit  benen  bie  gefepebenben  Körperschaften  bes  Seichs  in  ben  fahren  1893/94
unb  1894/95  (Seid)stagsbrudfad;e  Sr.  51  oon  1893/94  II.  Geffion  unb  Sr.  115  oon
1894/95  III.  Seffion)  befaßt  würben.
Seibe  ©ntwürfe  oerfolgten  i;auptiä<hlid;  ben  3#cd,  einesteils  im  3ntcreffe  ber
ginangwirtSdhaft  ber  ©in^elftaaten  ben  gewaltigen,  in  ber  beiligenben  Tabelle  Spalte  2
bis  5  nachgewiefenen  Sdhwantungen  im  Serhältniffc  ber  SRatriiularbeiträge  ;u  ben  Über=Weisungen
  unb  ben  hürburd)  bebingten  we^felnben  2lnfprüd)cn  bes  Seichs  an  beren
Haushalte  ein  3^1  3U  fetjen,  anberfeits  aber  3ugleid)  bem  Stetigen  2Bad;Sen  ber  Se(d)sanleihen
  burd;  Snfammlung  unb  Serwenbung  oon  Überfd;üfien  3ur  Schulbentilgung  wirb
fam  entgegen3uarbeiten.
Seibe  Sorlagen  fanben  nicht  bie  3ufünumm9  bes  Sepstags.  3 mm erhin  hode
ber  ©ebante  ber  Serwenbung  überfchüffiger  Seichseinnahmen  sur  Schulbentilgung  aud)
im  Seidhstage  2Bur3el  gefaxt,  unb  auf  feine  ^nitiatioe  würbe  in  biefer  Sidjtung  mit  bem
            
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