thumbs: Ferdinand Lassalle

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Die Krankheit des Vaters zwang zur Heimreise. Dort in Ruß 
land war Sonja bald mit sich selbst im klaren. Von dort aus schrieb 
sie ihre Antwort an Lassalle. 
Sonjas „Nein" 
Edler und werter Freund! 
Sie können nicht glauben, was ich alles gelitten habe 
in diesen zwei Monaten, während der Kampf in mir 
tobte, und was ich noch jetzt leide, indem ich Ihnen 
selbst auch eine peinliche Empfindung verursache, denn 
ich muß Ihnen sagen „Nein". 
Mein Herz füllt sich mit Tränen bei diesem Wort, 
aber wie kann ich anders handeln? Ich habe so lange 
gezögert, Ihnen diese entscheidende Antwort zu geben, 
weil ich «lein Herz völlig ergründen und ganz sicher 
sein wollte, daß meine Zuneigung zu Ihnen nur be 
gründet sei in der wahrsten und begeistertsten Bewun 
derung und Achtung, welche Sie allen denen einflößen, 
die Sie kennen. Ich versichere Sie, Lassalle, daß wenn 
ich mich nur von meiner Vernunft leiten ließe, ich 
nicht einen Augenblick zögern würde. Sie zu heiraten; 
aber was kann ich mit diesem Herzen tun, das zwar 
unbezähmbar, aber doch Herr meines Lebens und 
aller meiner Handlungen ist? Ich versichere Sie, 
daß ich hierbei mehr an Ihr Glück denke als an das 
meinige. 
Nur eins verlange ich von Ihnen: sagen Sie mir, 
daß Sie die Freundschaft annehmen, die ich Ihnen an 
biete, und die ich bewahren werde, solange ich lebe. Es 
wäre zu peinlich für mich, Sie nicht immer als meinen
	        
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