Contents: Laienbrevier der National-Ökonomie

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in den safes der internationalen Bankiers in New York, 
während ein kleiner Teil von den in der Union ansässigen 
Angehörigen dieser Länder gekauft wurde; die amerika- 
nischen Kapitalisten nahmen keinerlei Interesse an diesen 
Werten. 
Das in der Kapitalausfuhr der Union vor dem Weltkrieg 
an zweiter Stelle stehende Land war Kanada, das mehr aus 
wirtschaftlichen als politischen!) Gründen mit von Jahr zu 
Jahr steigenden Mengen amerikanischen Kapitals gedüngt 
wurde, War doch die Union Hauptabnehmerin kanadischen 
Getreides und Holzes; der größte Teil ihrer Kapitalien floß 
daher in kanadische Bergwerke, Hypotheken, Holzgesell- 
schaften und Papierfabriken. Dazu kam die große Menge 
der in New York gehandelten Anteile der Canadian Paci- 
fic- und der Canadian Southern-Bahn. Der Gesamtbetrag 
amerikanischen Kapitals in Kanada wurde von N. T. Bacon 
1890 auf 150 Millionen Dollar geschätzt. 100 Mill. Dollar 
hiervon sollen in kanadischen Bergwerken, 25 Millionen in 
Holzgeschäften, 25 Millionen in Anteilen der Canadian Paci- 
fic- und der Canadian Southern-Eisenbahn angelegt gewesen 
sein. Das 1913 in Kanada investierte Kapital der Union 
wurde auf 400 Milk Dollar beziffert?) 
Die Einfuhr amerikanischen Kapitals in die Alte Welt 
war vor dem Weltkrieg naturgemäß eine Folge zufälliger 
Momente oder persönlichen Beziehungen, Ein Teil davon ar- 
beitete in amerikanischen Bankhäusern in London und Paris, 
ein anderer Teil lag infolge der Internationalität der großen 
New Yorker Bankfirmen in Anteilen der von J. P. Mor- 
gan & Co. gegründeten International Mercantile Marine 
Company®) und der von der Firma Speyer & Co. in New 
York finanzierten Londoner ‘Untergrundbahn fest. 
Wenn wir das Vorstehende zusammenfassen und 
schätzungsweise ein nordamerikanisches Effektendebet und 
-kredit gegenüber allen anderen Ländern bei Beginn des 
Weltkriegs aufstellen. kommen wir zu dem folgenden Er- 
yebnis: 
DE 
1) Daß Kanada gerade damals weniger denn je an seine politische 
Befreiung von England und Angliederung an die Verz:inigten Staaten 
dachte, zeigte die Schenkung eines Dreadnoughts an das englische Mutter- 
land. 
*) Charles F, Speare, Foreign Investments of the Nations. North 
American Review Bd. 190 (Juli 1909). S. 84. 
John Ball Osborne, Protection of American Commerce. North 
American Review. Bd. 195 (Mai 1912). S. 689. 
3) Der Hauptbestandteil der International Mercantile Marine Com- 
pany sind englische Dampferlinien.
	        
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