Full text : Die Calciumcarbidindustrie

ist  deshalb  an  Ort  und  Stelle  gebunden,  während  dies
bei  der  Kohle  nicht  der  Fall  ist.  Es  liegt  deshalb
das  Bedürfnis  vor,  die  Energie  der  Wasserfälle  durch
Binden  an  eine  mechanische,  leichte  und  billige  Masse
transportabel  zu  machen.
Aus  diesem  dringenden  Bedürfnis  lassen  sich  die
hochgehende  Erregung  und  Begeisterung  erklären,  die
die  gesamte  gebildete  Welt  ergriff,  als  der  Amerikaner
Willson  gleichzeitig  mit  den  Franzosen  Moissan  und
Bullier  Ende  1892  die  Laboratoriumsversuche  Friedrich
Wühlers  aus  dem  Jahre  1862  über  die  Darstellung
von  Calciumcarbid  und  Acetylen  derartig  verbesserte,
dass  eine  Massenproduktion  ermöglicht  wurde.  Die
Wasserfälle,  die  bisher  unbenutzt  waren,  konnten  nun
zur  Fabrikation  vonCalciumcarbidherangezogen  werden.
Das  Produkt  konnte  versandt  werden  und  durch  Verbrennen ­
  des  aus  ihm  entwickelten  Acetylengases  die
Energie  der  Wasserfälle  an  beliebiger  Stelle  in  Licht
oder  Kraft  umgesetzt  werden.  Aber  schon  die  allerersten ­
  Untersuchungen  zeigten,  dass  der  Energiewert
des  Calciumcarbides  gegenüber  dem  Energiewert  des
Gemisches,  aus  dem  es  hergestellt  wurde,  durch  die
Aufwendung  der  Produktionsarbeit  nicht  gestiegen,
sondern  nur  in  eine  andere  Form  übergeführt
sei.  Von  einem  eigentlichen  Energietransport  der
Wasserkräfte  konnte  unter  diesen  Umständen  natürlich
nicht  die  Rede  sein.  Die  ökonomische  Bedeutung  der
Wasserkräfte  für  das  Calciumcarbid  lag  also  nicht  in
der  Steigerung  des  Energiewertes  selbst,  als  vielmehr
in  der  spezifischen  Gestaltung  der  Energieform.  Die
Einfachheit,  mit  welcher  sich  das  Acetylengas  aus  dem
Calciumcarbid  entwickeln  Hess,  in  Verbindung  mit  der
Leuchtkraft,  mit  welcher  die  Acetylenfiamme  verbrannte, ­
  machte  es  für  manche,  bestimmte  Verwendungsgebiete ­
  besonders  wertvoll.  Und  diesem  Umstande  ist
            
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