Full text : Laienbrevier der National-Ökonomie

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Die  Bedeutung  des  Tausches  im  Ñrbeits-  u.  Wertbildungsprozeß
sache  ist  jedenfalls,  daß  das  moderne  Rapi.
tal  diesen  wirtschaftlichen  Zwang  nicht  geschaffen, ­
  sondern  vorgefunden  hat.  Ñlso  kann
man  es  auch  nicht  dafür  verantwortlich  machen,  wie
viele  es  tun.  wenn  und  wo  immer  die  Menschen  ihre
Ñrbeit  dem  Kapital  zur  Verfügung  stellten,  taten  sie
es  zu  Bedingungen,  die  jedenfalls  besser  waren  als
die,  unter  denen  sie  vorher  gelebt  hatten.  Diese  Verhältnisse ­
  aber  waren  nicht  Folgen  eines  unerbittlichen
wirtschaftlichen  Gesetzes,  sondern  waren  entstanden  durch
jahrhundertelangen  Mißbrauch  politischer  Macht  seitens
einer  die  Grundrente  beherrschenden  Minorität,  wie  wir
bei  Besprechung  des  Tausches  von  Zachen  gegen  Rechte
sehen  werden.
Mit  der  Beseitigung  dieses  Druckes  ist  also  wohl
eine  volle  Tauschfreiheit  zwischen  Arbeit  und  Zache
und  damit  ein  gesundes  Lohnverhältnis  möglich,  ohne
Eingriffe  des  Staates  in  den  Lohnvertrag  oder  Kontrolle ­
  der  Produktionsmittel.
wenn  wir  also  erkennen,  daß  bei  freiem  Tausch
von  Zache  gegen  Arbeit  der  vorteil  eher  auf  seiten
der  Arbeit  liegt,  und  daß  dieses  Verhältnis  nur  gestört ­
  werden  kann  durch  politischen  oder  wirtschaftlichen ­
  Zwang,  daß  letzterer  aber  auch  seinen  Ursprung
lediglich  in  früherem  Mißbrauch  politischer  Macht  hat,
dann  wird  es  ohne  weiteres  klar,  daß,  um  eine  gerechte ­
  Güterverteilung  herbeizuführen,  der  weg  nicht
über  die  Verstaatlichung  des  produktiven  Kapitals
geht,  sondern  daß  es  nur  notig  ist,  diejenigen  Fälle
zu  beseitigen,  wo  ein  Mißbrauch  politischer  Macht  zutage
  tritt.
wirtschaftliche  Gerechtigkeit  bedeutet  auch  wirtschaftliche ­
  Freiheit.
            
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