Full text : Laienbrevier der National-Ökonomie

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[5.  Kapitel

eonge  Zeit  verkauft  wird,  denn  nun  stehen  sich
zwei  ganz  ungleiche  Tauschobjekte  gegenüber,  auf  der
einen  Seite  eine  Sache,  auf  der  anderen  ein  Recht,
das  Recht  auf  ein  Stück  Land  auf  ewige  Zeiten,'  auf
der  einen  Seite  ein  klarumgrenztes  Wertobjekt,  auf
der  anderen  ein  Recht,  dessen  Wert,  weil
bis  in  die  Ewigkeiten  gesteigert,  jedes
menschlichen  Abwägungsvermögens  spottet.
Solange  nun  der  Wert  dieses  Rechtes  eine  ziemlich
konstante  Größe  bildete,  wie  noch  bis  in  den  Anfang
des  vorigen  Jahrhunderts  hinein,  hatte  der  Unsinn,
der  in  einem  solchen  ungleichen  Tausch  liegt,  keine
ernsteren  wirtschaftlichen  Nachteile.  Als  aber  mit  der
fortschreitenden  Arbeitsteilung  und  der  Erleichterung
des  Verkehrs  durch  die  Rahnen,  d.  h.  durch  die  erhöhte
Bewegung  der  Menschen  in  bezug  auf  ein  Gbjekt,  der
Wert  dieser  gegen  Sachgüter  erworbenen  Bodenrechte
sich  sehr  schnell  vermehrte,  da  wurde  dieser  Tausch  zu
einem  einseitig  ungeheuren  Vorteil  für  die,  die  die
5achgüter  hergaben  und  solche  Rechte  erwarben.
Freilich  suchten  die  Verkäufer  der  Rechte,  d.  h.
des  Bodens  sich  dadurch  schadlos  zu  halten,  daß  sie
hohe  Preise  forderten,  sogenannte  Zukunftswerte,  aber
diese  Zukunft  hat  schließlich  doch  ganz  anders  ausgesehen, ­
  als  jene  Verkäufer  sich  träumen  ließen,  und  viele
ältere  Leute  werden  heute  mit  Schmerz  zurückdenken  an
Verkäufe  von  Grund  und  Boden,  die  sie  vor  40  bis
50  Jahren  abgeschlossen,  und  bei  denen  sie  glaubten,  die
Zukunft  voll  eskomptiert  zu  haben.
Da  nun  der  zur  Herrschaft  gekommene  dritte  Stand,
der  zugleich  Träger  der  Sachgütererzeugung  war,  sehr
schnell  erkannte,  welche  ungeahnte  Tauschgelegenheit
sich  ihm  hier  bot,  beeinflußte  er  die  Gesetzgebung  und
            
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