Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

6. Kapitel 
Der Unterschied zwischen Tausch und Kauf besteht 
nur darin, daß im ersteren $alle beide Kontrahenten 
sich über die zu tauschenden Gegenstände sofort einigen, 
während beim Kauf sich der eine Teil die U)ahl des 
in Eintausch zu erwerbenden Objektes vorbehält, sowie 
die Zeit, wann, und den Drt, wo er den Tausch voll 
ziehen will. Und selbst das ist nur der $aK bei 
Zahlungen durch Papiergeld, Scheidemünze oder durch 
Geldsurrogate- denn derjenige, der einen Gegenstand 
gegen Barzahlung in Gold verkauft, tauscht im buch 
stäblichen Sinne des Wortes ein Tauschobjekt, nämlich 
seine Ware, gegen ein anderes, nämlich gegen ein Stück 
Edelmetall. 
Wenn ein Landmann zum Dorfhändler kommt und 
zu ihm sagt: hier habe ich einen Sack Hafer, gib mir 
dafür 10 Zentner Kohlen, so ist das ein Tausch,- 
sagt er dagegen: gib mir dafür entweder 10 Zentner 
Kohlen, oder 5 Zentner Kunstdünger, oder 10 Pfund 
Kaffee, ich will mir noch überlegen, welches von diesen 
Dingen ich brauche, so ist das ein verkauf- und wenn 
ihm der Krämer einen Schein ausstellt, wonach der 
Landmann berechtigt ist, einen dieser Gegenstände jeder 
zeit abzuholen, so ist dieser Schein „Geld", wenn auch 
nur in Surrogatform. 
Wenn ich von jemandem eine Uhr „kaufe" und 
„bezahle" sie mit einem 20-Warkschein, so heißt das 
mit anderen Worten: hier gebe ich dir in Umtausch 
gegen deine Uhr entweder 20 Zentner Kohlen, oder 
20 Pfund Kaffee, oder 10 Pfund Tee, oder einen neuen 
Kock, oder zwei paar Schuhe, kurz alle Dinge, die 
heute an diesem Grte gegen Auslieferung dieses Scheines 
zu haben sind. Wenn du sofort wählst, kann ich sie 
dir auch in natura liefern- willst du aber warten, so
	        
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