Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

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Das Geld als Hilfsmittel des Tausches 
kann ich nicht versprechen, daß der Gegenstand deiner 
Wahl später noch gegen diesen Schein zu haben sein 
wird- was ich aber sicher versprechen kann, ist, daß 
du dagegen jederzeit 8 g Gold von einer ganz be 
stimmten Legierung bekommen kannst, denn darüber 
haben wir uns alle in Deutschland geeinigt, und der 
Bequemlichkeit halber halten die Regierungen, und unsere 
großen Ranken, eine große Ñnzahl solcher Stückchen 
Gold sorgfältig abgewogen in Vorrat, wenn du willst, 
hole ich dir eins. Dann tauschen wir eben die Uhr 
nicht gegen 20 Zentner Rahlen oder 20 Pfund Raffee, 
sondern gegen 8 g Gold. Nachzuwiegen brauchst du 
das Stückchen nicht, denn der Stempel der Regierung 
bürgt für volles Gewicht, und weil eben diese Stückchen 
für 20 Nlark jederzeit zu haben sind, so hat man auch 
gleich 20 Nlark daraufgestempelt *). 
Dder nehmen wir einen anderen Fall, und zwar 
aus einem Gebiete, wo der reine Tauschhandel in die 
moderne Wirtschaftswelt übergreift. (Ein Europäer 
tauscht von einem schwarzen Häuptling einen Elefanten- 
Zahn ein gegen einen Ballen Baumwollzeug, das für 
ihn den wert von 20 Mark repräsentiert, hier sehen 
wir doch den Tausch in seiner reinsten Form. Diesen 
Charakter bewahrt das Geschäft auch dann noch, wenn 
der Häuptling dem Händler für sein Baumwollenzeug, 
anstatt eines Elefantenzahnes, ein Rlümpchen Gold, 
sagen wir von 8 g Schwere, zum Tausch anbieten 
würde, und es ist ganz unerfindlich, weshalb es diesen 
i) Unser einheimischer Handel verliert den Charakter 
des Tausches dadurch, daß der Verkäufer sich durch Ñnnahme 
des Papiergeldes die Wahl der Tauschobjekte für später 
vorbehält, ebensowenig, wie eine Partie Schach aufhört, 
Schach zu sein, weil die Spielenden nicht an einem Tische 
sitzen, sondern eine Uorrespondenzpartie spielen.
	        
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