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1. Kapitel
(Einleitung
„The dismal science“, nennt die englisch sprechende
Welt das StuMum der Nationalökonomie, „die trübselige,
traurige Wissenschaft". — Überblickt man die
wirtschaftspolitische Geschichte der Kulturvölker, soweit
sie einigermaßen verständlich vor uns liegt, dann ist
es in der Tat betrübend, zu sehen, von welcher Fülle
von Irrtum, Kurzsichtigkeit, krassem Egoismus und
Unkenntnis der einfachsten Gesetze der Volkswirtschaft
sie beherrscht wurde.
Das vetrübendste aber ist, daß es heute noch kaum
viel besser geworden ist. Statt Verfolgung klar gesteckter
Ziele, aus klar erkannten Gründen, sehen wir
überall ein unsicheres hin- und Hertasten, Experimentieren,
Umsatteln und Lreitmachen kurzsichtigster Interessenpolitik.
Und wie könnte es anders sein? —
Sind sich doch selbst die Gelehrten noch nicht einmal
über die fundamentalsten Grundsätze der Nationalökonomie
einig, so daß wohl von hohem und ernstem Studium
aber noch nicht von einer Wissenschaft der
Nationalökonomie die Rede sein kann, in dem Sinne
wenigstens, wie wir von der Mathematik oder der
Naturwissenschaft sprechen.
Klan forscht, man ordnet, sammelt und sichtet
ungeheures Material, sucht die komplizierten Hergänge
des Wirtschaftslebens nach immer neuen Methoden zu
analysieren, aber über das Einmaleins desselben hat
man es noch zu keiner Verständigung gebracht.