Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

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8. Kapitel 
tionalvermögen kann also durch den deutschen Zoll um 
Hunderte von Millionen geschädigt werden, eine un 
leugbare Tatsache, aus der manche den voreiligen Schluß 
gezogen haben, daß eben das Ñusland den Zoll be 
zahle. Das wäre auch richtig, wenn Deutschland die 
Millionen, die Rußland verliert, bekäme. Das ist 
aber nicht der Fall, wir haben wohl durch den Zoll 
die Kraft, Rußland zu schädigen, es um viele Mil 
lionen ärmer zu machen, aber nicht die Kraft, diese 
werte in unser Wirtschaftsgebiet überzuführen. Sie 
werden nutzlos vernichtet, wenn man von „bezahlen" 
redet, so muß es einen Zahler und einen Empfänger 
geben- hier fehlt aber der zweite, denn wir emp 
fangen nichts. 
Dadurch, daß wir das russische Getreide aus 
schließen, wird das Korn bei uns um nichts billiger, 
im Gegenteil! Der Ausfall muß anderweitig gedeckt 
werden und wird im Weltmarktpreis in einer Erhöhung 
zum Ausdruck kommen. 
Also im Schutzzoll liegt eine Waffe, und so über 
flüssig diese im kampfleeren Raum ist, so unvermeidlich 
ist sie dort, wo nur die Macht den Ausschlag gibt, 
also in den internationalen Reziehungen. 
Der Schutzzoll stellt den internationalen Waren 
austausch, anstatt unter die natürlichen wirtschaftlichen 
Gesetze, unter die der Selbstsucht, und da hat jede 
Nation, so sehr sie auch aus Prinzip die natürliche 
Entwickelung vorziehen mag, die Verpflichtung, der 
fremden Selbstsucht die eigene entgegenzusetzen. 
Allerdings ist hier wohl zu überlegen, ob die Selbst 
sucht nicht etwa auf Selbsttäuschung beruht, ob die 
Waffe, die man führt, nicht ebensowohl ins eigene 
Fleisch, als in das fremde, schneidet. Aber es kann
	        
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