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1. Kapitel
maßen Logarithmentafeln zu erklären, unter möglichst
sorgfältiger Umgehung des Einmaleins.
Das zweite große Hemmnis ist die scheinbare Un
möglichkeit, daß nationalökonomische Fragen gänzlich
unvoreingenommen, d. h. von jeder Interessenpolitik
losgelöst, behandelt werden können. Der großen Masse
ist nur der der wahre Prophet, der gerade das beweist,
was ihr in den Rram paßt, was in seinen Ronsequen-
zen zu einer Bevorzugung des lieben „Ich" führt.
Nur so ist es erklärlich, daß wir nicht weniger als
drei nationalökonomische Grundanschauungen haben, die
manchesterliche, agrarische und sozialistische. Jede be
hauptet von sich, die Wissenschaft auf ihrer Seite zu
haben- das kann aber ebensowenig der Fall sein, wie
es eine besondere manchesterliche, agrarische oder so
zialistische Astronomie geben kann.
Line Wissenschaft, die darauf ausgeht, zu beweisen,
was jemand aus materiellem oder politischem Interesse
gern bewiesen sehen möchte, verdient nicht den Namen,
sie ist eine Sünde wider den heiligen Geist.
Erst wenn es in der Nationalökonomie gelingt,
allgemeingültige Fundamentalsätze herauszuarbeiten,
die sowohl die Nlanchesterleute, wie die Agrarier und
Sozialisten anerkennen müssen, erst dann kann un
serer Ansicht nach von den Grundlagen zu einer „Wissen
schaft" die Rede sein, und erst dann werden sich die
Anschauungen der Öffentlichkeit klären, wenn jeder Laie,
gestützt auf solche Fundamentallehren, in eigener
Gedankenarbeit alle weiteren Konsequenzen zu ziehen
imstande sein wird.
hierzu ist vor allem nötig, daß auf die einfachsten
Hergänge des Wirtschaftslebens zurückgegriffen werde,
wir halten es für ein Verhängnis, daß unsere zünftige