Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

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8. Kapitel 
Der Tausch von Zachgütern gegen Rechte ist dort 
daher sehr eingeschränkt, und wo er stattfindet, ver» 
hältnismäßig gesund, weil in der großen Mehrzahl der 
Fälle die Rechte zeitlich begrenzt sind. 
Grund und Roden zu Wohnzwecken auf ewige Zeit 
zu erwerben, wie bei uns, ist dort verhältnismäßig 
selten möglich. Im billigen Grund und Roden und 
seiner geringen Releihbarkeit liegt ein Teil der eng 
lischen Finanzkraft. Die Ersparnisse des deutschen Volkes 
werden zum größten Teil absorbiert durch die Milliarden 
von Pfandbriefen und Hypotheken, denen unsere hohen 
Ladenpreise als Deckung dienen. Diese Dinge spielen 
in England nur eine untergeordnete Rolle, Pfandbriefe 
gibt es überhaupt nicht- daher wird das englische 
Kapital genötigt, sich den Staatsanleihen, der Industrie 
und überseeischen Unternehmungen zuzuwenden,- alles 
Dinge, die viel nützlicher sind, als dem eigenen Volke 
das Nutzungsrecht an seinem Grund und Roden zu ver 
teuern. 
hierüber sollte weit mehr nachgedacht werden, als 
es geschieht,- denn es ist doch nicht einerlei, ob sich die 
Rapitalkraft eines Volkes erschöpft im Erwerb von 
Rechten aus dem Arbeitsertrag der eigenen Volks 
genossen, oder ob sie werbend in die Welt hinausgeht 
und sich Rechte aus dem Arbeitsgebiete anderer 
Völker zu sichern sucht. 
Es ist also, wie wir aus obigem ersehen, verkehrt, 
kritiklos jede Rapitalbildung als wünschenswert zu be 
zeichnen. Ñber was soll der Staat machen, soll er 
die Vermögensbildung aus Rechten überhaupt ver 
bieten? Ganz gewiß nicht, das kann er überhaupt gar 
nicht, denn der Tausch von Sachen gegen Rechte ist 
ein integrierender Teil unseres Wirtschaftslebens. Zur
	        
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