Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

Schlußfolgerungen 
Herstellung gesunder wirtschaftlicher Verhältnisse ge 
nügt zweierlei: 
1. die Beseitigung aller wirtschaftspolitischen Maß 
regeln, die den wert solcher Rechte künstlich erhöhen, 
in erster Linie organische Überführung des Realkredits 
in die öffentliche Hand und Schließung des Grundbuches 
gegen das Privatkapital, von allen wirtschaftspolitischen 
Maßnahmen ist unser Hypothekensystem das verhäng 
nisvollste gewesen, denn, war es schon schlimm, daß 
man dem Rapita! schrankenlose Bodenrechte überlieferte, 
so war es noch schlimmer, daß man hierauf sogar 
noch ein besonderes Vorrecht, die Priorität, aufbaute. 
2. schrittweise Ausdehnung und Wahrung der Rechte, 
die die Allgemeinheit an der Grundrente ihres Landes hat. 
Manche befürworten zu diesem Zwecke eine Ver 
staatlichung des Grund und Bodens. Das wäre aber 
der umständlichste weg, und der Vorschlag beruht zum 
Teil auf einer Verkennung des Begriffs Verstaatlichung. 
Tewiß, hin und wieder werden Staat und Gemeinden 
gezwungen sein, von einem ausgedehnten Tnteignungs- 
recht Gebrauch zu machen- aber in der Hauptsache 
wird eine Neuregelung der Grundsteuerverhältnisse zum 
gewünschten Ziele führen. 
Der Staat hat sein älteres Recht am Grund und 
Loden noch nie ganz aufgegeben. (Es ist eine Täuschung, 
wenn wir das meinen, und wenn wirmeinen, wir könnten 
ihn durch eine Verstaatlichung wieder in Rechte einsetzen, 
die er nicht mehr hat. Das ist nicht dermal!. Im Grunde 
ist der Staat, die Allgemeinheit, noch genau so der 
Herr seines Grund und Bodens, wie zu den ersten Zei 
ten. Die Grundsteuer, die jeder bezahlt, der ein Stück 
^and besitzt, ist gewissermaßen die Pacht dafür. Unter 
läßt er, sie zu zahlen, so nimmt der Staat sein Land
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.