214
8. Kapitel
Tausche zwischen Gütern und Gütern einerseits, Gütern
und Arbeit andererseits, bis zur Vollendung des Kon
sums, jeder den Genuß seines vollen Arbeitsertrages
haben würde, daß es also nicht in der Natur unserer
kapitalistischen Entwickelung liegt, sondern auf mensch
lichen Eingriffen in diese Freiheit beruht, wenn dem
nicht so ist.
Dieser störende menschliche Eingriff ist erfolgt, in
dem sich private, kraft ihrer politischen Macht, ohne
entsprechende Gegenleistung, Rechte angeeignet haben,
deren Erträge, ihrer Natur nach, nur der Gesamtheit
gehören durften.
In demselben Maße nun, wie die Schicht derjenigen
wächst, die an der Beseitigung dieser Rechte ein In
teresse haben, und ihre politische Macht zunimmt, wird
auch die Rechtsform sich verändern, und zwar um
so mehr zugunsten der Allgemeinheit, je mehr die
herrschende Schicht ihre Repräsentantin ist.
Die fortgesetzte Arbeitsteilung auf der einen Seite,
und die wachsende Aufsaugung der Bodenrechte durch
das Kapital auf der anderen, bringen es mit sich,
daß die oben genannte Schicht in nicht zu ferner Zeit
die erdrückende Majorität bilden wird gegenüber der,
die die Bodenrechte inne hat. Daran ändert der
weitverzweigte Kleinbesitz bei uns nichts, weil er zum
großen Teil nur nominell ist. Unsere ländliche Grund
rente gehört schon lange nicht mehr den Millionen bäuer
licher Existenzen, sondern einigen großen Kreditinsti
tuten, die sich immer mehr konzentrieren. Ähnlich in
unseren Großstädten; da stehen den wenigen großen
Hypothekenbanken nicht nur die Millionen der Mieter
gegenüber, sondern auch jene gewerbsmäßigen Hausbe
sitzer, die von diesem Kapital abhängig sind; und