Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

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8. Kapitel 
Tausche zwischen Gütern und Gütern einerseits, Gütern 
und Arbeit andererseits, bis zur Vollendung des Kon 
sums, jeder den Genuß seines vollen Arbeitsertrages 
haben würde, daß es also nicht in der Natur unserer 
kapitalistischen Entwickelung liegt, sondern auf mensch 
lichen Eingriffen in diese Freiheit beruht, wenn dem 
nicht so ist. 
Dieser störende menschliche Eingriff ist erfolgt, in 
dem sich private, kraft ihrer politischen Macht, ohne 
entsprechende Gegenleistung, Rechte angeeignet haben, 
deren Erträge, ihrer Natur nach, nur der Gesamtheit 
gehören durften. 
In demselben Maße nun, wie die Schicht derjenigen 
wächst, die an der Beseitigung dieser Rechte ein In 
teresse haben, und ihre politische Macht zunimmt, wird 
auch die Rechtsform sich verändern, und zwar um 
so mehr zugunsten der Allgemeinheit, je mehr die 
herrschende Schicht ihre Repräsentantin ist. 
Die fortgesetzte Arbeitsteilung auf der einen Seite, 
und die wachsende Aufsaugung der Bodenrechte durch 
das Kapital auf der anderen, bringen es mit sich, 
daß die oben genannte Schicht in nicht zu ferner Zeit 
die erdrückende Majorität bilden wird gegenüber der, 
die die Bodenrechte inne hat. Daran ändert der 
weitverzweigte Kleinbesitz bei uns nichts, weil er zum 
großen Teil nur nominell ist. Unsere ländliche Grund 
rente gehört schon lange nicht mehr den Millionen bäuer 
licher Existenzen, sondern einigen großen Kreditinsti 
tuten, die sich immer mehr konzentrieren. Ähnlich in 
unseren Großstädten; da stehen den wenigen großen 
Hypothekenbanken nicht nur die Millionen der Mieter 
gegenüber, sondern auch jene gewerbsmäßigen Hausbe 
sitzer, die von diesem Kapital abhängig sind; und
	        
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