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1. Kapitel
ritäten unbeachtet lassen. Sie sind Schablonen für
Dinge, die jeder Schablone spotten, und daher lösen
sie sich gegenseitig ab, je nachdem sich die Lnwickelung
der einen oder anderen Schablone um einiges nähert.
Das IVirtschaftsleben aber ist etwas Fließendes, sich
gegenseitig Durchdringendes.
Nie wird es z. B. eine Reinkultur der Lohnarbeit
geben, sie wird stets mit Elementen individuellen Schaf
fens durchsetzt sein, daher ist die Erforschung der Gesetze,
nach denen die Lohnarbeit zu ihrem Rechte kommt, nur
ein Teil des Problems und kann nie Anspruch auf uni
verselle Geltung erheben. Nicht das ist die Frage:
welche wirtschaftlichen Prinzipien sind die richtigen
für den Lohnarbeiter oder für den Landmann oder
für den Unternehmer, sondern wie kommt jede ehrliche
Arbeit zu ihrem Recht, und wie wird sie zum Segen
für die Gesamtheit? —
wenn in nachstehendem der versuch gemacht wird,
einzelne solcher Gesetze zu formulieren, so wird kein
Anspruch darauf erhoben, daß alles das nun etwas
absulut Neues sei, wenn schon manches für manchen
Leser neu sein wird. Es wäre vermessen zu sagen,
ein Gedanke, den man ausspricht, sei nicht schon irgend
wann einmal gedacht worden- was aber behauptet
werden kann, ist, daß es in dieser Form und in die
sem Zusammenhange noch nicht geschehen ist. Man
ches wird vielleicht reichlich selbstverständlich erschei
nen. Aber eben dieses muß einmal gesagt werden.
Um seine Bedeutung zu erkennen, ist es nur nötig, aus
diesen Selbstverständlichkeiten die eisernen Konsequen
zen zu ziehen, in rücksichtsloser Logik, unbekümmert, ob
irgend ein (meist nur scheinbares) Interesse dadurch ver
letzt werden könnte.