Full text : Laienbrevier der National-Ökonomie

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3.  Kapitel
Arbeit  und  (Eigentum

Wenn  man  sagt  :  Nur  durch  Arbeit  kann  der
Mensch  seine  Bedürfnisse  befriedigen,  so  ist  das  falsch.
Wenn  man  sagt:  Nur  durch  Arbeit  kann  die  Menschheit ­
  ihre  Bedürfnisse  befriedigen,  so  ist  es  richtig.
Die  Menschheit  als  Ganzes  kann,  ohne  daß  gearbeitet ­
  wird,  nicht  eine  Woche  bestehen,  aber  der
Mensch,  als  Einzelwesen  oder  als  Gruppe  von  Individuen, ­
  kann  sehr  wohl  ohne  Arbeit  leben,  wenn  er
nämlich  stark  genug  ist,  einem  andern  den  Ertrag  seiner ­
  Arbeit  einfach  wegzunehmen  oder  ihn  zu  zwingen
für  ihn  zu  arbeiten.
Da  wir  durchaus  mit  Henry  George  übereinstimmen, ­
  daß  der  Mensch  seine  Bedürfnisse  stets  auf  dem
Wege  der  für  ihn  leichtesten  Mühewaltung  zu  befriedigen ­
  sucht,  so  darf  obige  Tatsache  bei  der  Untersuchung ­
  nationalökonomischer  Probleme  nicht  einfach
ignoriert  werden,  wie  es  meist  geschieht.  In  seinen
volkswirtschaftlichen  folgen  ist  es  nämlich
ganz  gleich,  ob  jemand  seine  Mitmenschen
einfach  durchbrutale  Kraft  be  raubt,  oder  ob
er,  Kraft  seiner  politischen  Machtstellung,
Gesetze  macht,  die  es  ihm  gestatten,  aus  dem
Arbeitserträge  eines  andern  ein  arbeitsloses ­
  Einkommen  zu  entnehmen,  ebenso  wie
es  für  die  Volkshygiene  gleich  schädlich  ist,  ob  die  Milchverfälschung, ­
  wie  bei  uns,  ein  gesetzlich  verbotenes,
oder  wie  in  Amerika,  ein  geduldetes  Gewerbe  ist.
Analysieren  wir  einmal,  um  den  brutalen  Raub
            
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