Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

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3. Kapitel 
beteiligt, warum soll er aufhören es zu sein, wenn 
er zufällig im Ropfe eines anderen Menschen entspringt, 
der nicht Handarbeiter ist? 
Auch die Gütermenge, ganz abgesehen von ihrem 
wert, ist immer das Produkt der Gesamtleistung aller. 
Lin Schulmann, der seine Lebensarbeit daran setzt, 
sein Volk zu höherer Bildung, erweiterten Kenntnissen 
und Fähigkeiten zu verhelfen, ist, nach der Auffassung 
dieser Nationalökonomen, unproduktiv' und doch, wenn 
aus seinen Hörsälen irgendein junger Kopf Anre 
gung empfangen hat zur Erfindung einer Arbeit spa 
renden Maschine oder eines neuen nützlichen Bedarfs 
artikels, so hat dieser stille Gelehrte mehr geleistet, 
ist produktiver gewesen, als der fleißigste Arbeiter in 
irgendeinem Steinbruch. 
Nach der Sombartschen Theorie z. B. leistet ein 
Mann, der durch Vorträge oder dergleichen für die 
geistige Unterhaltung Erwachsener sorgt, keine 
Arbeit, er ist nicht produktiv, da er, wörtlich, „keine 
im Arbeitsprozeß der Gütererzeugung un 
mittelbar tätige Person ist", aber ein Arbeiter 
der Spielwarenbranche, der für die Unterhaltung 
der Rinder sorgt, ist produktiv, weil er unmittelbar 
an der Herstellung von Gütern beteiligt ist, nämlich 
von Spielwaren. Dder sind das keine Güter? Dann 
möchten wir uns einmal eine „wissenschaftliche" Liste 
der Dinge erbitten, die Güter genannt zu werden 
verdienen, und welche nicht. Friedrich List, an den ich 
mich in dieser Beziehung durchaus anlehne, hat das 
wie folgt ironisiert: 
„wer Schweine erzieht ist ein produktives, wer 
Menschen erzieht, ein unproduktives Mitglied der Ge 
sellschaft.
	        
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