Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

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3. Kapitel 
harmlose Geschöpfe gegen eine Art, die sich einfallen 
ließe, bloß um körperlich fleißig zu sein, um von den 
Gelehrten „Arbeiter" genannt werden zu können, die 
Honigzellen so zu „verbessern", daß der Honig her 
ausflösse. 
In bezug auf Bienen und Drohnen in der mensch 
lichen Gesellschaft hat selbst ein Mann wie Bismarck 
die eigentümlichsten Anschauungen geäußert. In seinen 
Augen waren nur die Landleute, Unternehmer, Arbeiter, 
Handwerker „Bienen", alle anderen Stände, Beamte, 
Arzte, Lehrer, Kaufleute usw., unproduktive Existenzen,' 
und doch ist nichts sonnenklarer, als daß ein Arzt, der 
seinen Beruf ausfüllt, d. h. der die ihm anvertrau 
ten Kranken wirklich heilt, weit produktiver ist, als 
ein Landmann, der verkehrt wirtschaftet, und wenn 
letzterer auch von morgens früh bis abends spät hinter 
dem Pfluge ginge. 
Angenommen, ein Handwerker, der täglich ein paar 
Schuhe herzustellen imstande ist, erkrankte, seine Krank 
heit würde ohne ärztliche Hilfe 30 Gage dauern, mit 
ärztlicher nur 10, dann hat der Arzt auf dem Um 
wege durch den Schuster 20 paar Schuhe hergestellt, 
und das volkswirtschaftliche Resultat ist genau so gut, 
als ob er sie selbst fabriziert hätte. 
Der Arzt ist aber noch in einem weiteren Sinne 
produktiv, nämlich indem er die Daseinsdauer des 
höchsten Wertobjektes verlängert, das es gibt, nämlich 
des Menschen. 
Lin Teil unserer Uationalökonomen nennt den Ar 
beiter, der einen alten Dampfkessel ausflickt, so daß 
er noch ein paar Jahre gebrauchsfähig bleibt, „pro 
duktiv", den Arzt, der einem Menschen sein Leben,
	        
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