Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

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Die Bedeutung des Tausches im Ñrbeits- u. Wertbildungsprozeß 
dieser Auffassung beleuchten, das das Gegenteil be 
weisen soll. 
Die nationalökonomische Schule, die über Marx 
Zu Sombart reicht, behauptet, daß die Werterzeugung 
nur in der körperlichen Arbeit liege. Line Steigerung 
der absoluten Produktivität der Arbeit durch den 
Tausch, also den Handel, gibt Sombart zu, aber er 
schließt: „Konfusionare haben auf dieser Tatsache 
die Theorie von der Produktivität des Kapitals 
aufgebaut." 
Nun sollte in diesem Falle eigentlich die „ab 
solute Produktivität" das maßgebende sein und voll 
ständig genügen, aber Sombart führt ein Beispiel an, 
das beweisen soll, wie im Grunde doch das Kapital 
aus dem Arbeitserträge der sogenannten Produzen 
ten zehre. 
3u diesem Zwecke läßt er die Lrde von 
2 Handwerkern und 1 Händler bevölkert sein und 
leitet daraus die Grundlehre ab: „Lin Kaufmann, 
der die waren zweier Handwerker austauscht, kann 
immer nur einen Profit einheimsen, wenn ihm jeder 
der beiden Produzenten eine Quote des Arbeitsertrages 
abtritt". Vas scheint sehr einleuchtend und ist doch 
verkehrt. 
So sehr wir dafür sind, nationalökonomische Grund 
sätze aus den einfachsten Fällen herzuleiten, so ver 
kehrt ist es, Zustände zum Ausgangspunkt von De 
duktionen zu nehmen, die es nie gegeben hat noch je 
geben wird. Venn wir wollen doch nicht untersuchen, 
wie es in irgend einer abstrakt gedachten Welt, son 
dern in der unsrigen hergeht. Genau so gut könnte 
wan eine Drohnenexistenz eines Kartoffelbauern damit 
beweisen wollen, daß man die Lrde nur von zwei
	        
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