Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

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5. Kapitel 
Ich habe mit Absicht diese extremen Fälle ge 
wählt, um die Dehnbarkeit des Begriffes Handelskapr- 
tal zu beleuchten, eine Dehnbarkeit, die soweit geht, 
daß in vielen Fällen Kapital van Kredit gar mcht 
zu unterscheiden ist. , 
Hier spielt das subjektive Gefühl eme groß 
Rolle, dem überhaupt noch ein besonderes Kapitel 
gewidmet werden soll, weil es im Wirtschaft e en 
bei Behandlung nationalökonomischer Probleme, unserer 
Ansicht nach, lange nicht genug mit in Rechnung gestellt 
Haben wir nun einen Blick in das Wesen des 
Handelskapitals gewonnen, dann wollen wir an der 
Hand unseres alten Beispiels vom Weber und Zchmie 
einmal seine Funktion beleuchten. 
Zunächst ist ohne weiteres klar, daß das Vor 
handensein eines Handelskapitals für seine Besitzer von 
großem Rutzen sein muß, denn sonst würden sie es 
nicht anwenden. Was uns aber weit mehr interessiert, 
ist der volkswirtschaftliche Rutzen, den es da 
durch stiftet, daß es eine notwendige Funktion im 
Güterverteilungsprozeß erfüllt und zwar in zweifacher 
Hinsicht, in räumlicher und zeitlicher. 
Klit der Entfernung, die bei Gütern zwischen dem 
Cntstehungs- und dem Konsumorte liegt, wächst die 
Gefahr, daß etwas beim Austausche verloren geht, 
nicht nur durch force majeure, sondern es kann eben 
sogut durch menschliche Unehrlichkeit geschehen, die 
wir nun einmal als vorhanden annehmen müssen. Wenn 
in unserem Falle Schmied und Weber dem Händler 
Waren anvertrauen, bis er ihnen den Gegenwert nach 
längerer Fahrt bringt, werden sie häufig Verluste er-
	        
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